Erfahrungswerte

Die Kalendererinnerung bleibt länger als der Mensch

Jedes Jahr frage ich mich wieder, ob ich eine Kalendererinnerung im April löschen soll. Der 24ste. Nächste Woche. Sie erinnert an den Geburtstag eines Menschen, mit der ich nichts mehr zu tun habe. Nicht nur, weil sie das nicht mehr wollte, sondern auch, weil ich selbst könnte ich ihr etwas sagen ich nicht wüsste was.

Es ist schon komisch. Da gibt es einen Menschen, der mir so wichtig war, dass ich mich “unendlich” an seinen_ihren Geburtstag erinnern wollte. Und nun erinnere ich mich kaum noch an den Menschen. Ja ich erinnere mich kaum noch daran, mich an sie erinnert zu haben. Wie ein Lesezeichen von einem Buch, das schon längst im Altpapier gelandet ist. Warum liegt das Lesezeichen nicht auch dort? Warum erinnert mich die Computerewigkeit immer noch daran?

Andererseits: Ich trug in jungen Jahren einen falschen Geburtstag in unseren Familienkalender ein. Eine Person, die nicht existiert, und nun schon zum mindestens 8 mal in den aktuellen Kalender übertragen wurde. Und natürlich steht auch Grit immer noch drin – sowohl digital als auch analog -, in der zweiten Dezemberwoche, obwohl wir uns schon lange nicht mehr unterhielten. (Ich glaube jedoch, im Guten.)

Aber: Jahrestage werden nunmal nicht hinterfragt.

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lärad från livet

Auch wenn es neue Erkenntnisse bringen kann: Meistens lohnt sich die Mühe einer wirklich genauen Betrachtung nicht.

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Film & Fernsehen

Trilogie-Time!

Lasst uns diesen Streit beenden ein für allemal.

Es gibt Trilogien, die sehr großartig sind, aber leider zu viele Teile haben (Alien, Per Anhalter durch die Galaxis, Zombie) und sich so disqualifizieren. Es gibt Filmreihen, die sich glücklicherweise schon disqualifiziert haben (Twilight, Saw). Es gibt aber auch richtige, dreiteilige Trilogien, die zurecht erwähnt werden sollten.

Fangen wir mit der jüngsten Filmumsetzung an:

The Hunger Games wurde mir immer wieder empfohlen, aber ich sehe mir sowas grundsätzlich erst nach Fertigstellung der Trilogie an. Die Three Flavours Cornetto Trilogy mit Simon Pegg und Nick Frost wurde bereits beendet und ist vermutlich eine der großartigsten Filmreihen, die jemals in Groß Britannien entstanden sind, aber, größte Filmreihe ever made? Hm. Zumal die verbindenden Elemente von Shaun of the Dead, Hot Fuzz und The World’s End eher gering sind. Kann man sich aber durchaus mal anschauen.

Kommen wir zu den ernster diskutierten Kandidaten:
Zunächst wäre da Star Wars. Hoch angesehene Filmreihe, aufgebaut aktuell aus zwei, künftig drei Trilogien und schon immer in Dreier-Gruppen angelegt gewesen (außer wir sehen das in Machete-Ordnung, also IV, V, II, III, VI). Star Wars hat mit die größte Fangruppe und das teilweise sicher zurecht.

Die andere große Fangruppe dürfte Herr der Ringe als die Trilogie sehen. Ich sehe das aus mehreren Gründen nicht so. Zum einen wurde zwar im Druck durchaus eine Drei-Bücher-Struktur suggeriert, schaut man sich aber die Filme am Stück an oder liest die Bücher, so ist da keine wirkliche Dreigliederung zu erkennen (zumindest ich sehe da keine). Viel eher ist es eine lange, lange Geschichte. Und das sah auch Tolkien so. Ursprünglich wollte er eine Gesamtausgabe, aus der aufgrund der hohen Druckkosten dann nichts wurde. (siehe Wikipedia). Herr der Ringe als Trilogie zu sehen – oder doppelte Trilogie? – verkennt den Aufbau der Erzählung und disqualifiziert sich für weitere Diskussionen.

Die anderen Möglichkeiten ausgeschlossen bleibt nur noch eine Trilogie übrig, und das ist die einzige und die wahre und die gute: Zurück in die Zukunft.

Seien wir ehrlich: Es konnte immer nur Marty McFly sein. Es konnte immer nur Doc Brown sein. Es konnte nur die Geschichte um Zeitreisen im DeLorean sein. Wie Marty im ersten Teil seine Zeit rettet, um später seine Zukunft zu retten (Hoverboards!) und dann im dritten Teil in der weiten Vergangenheit landet.

Damit wäre die Sache dann auch endlich geklärt. Zumindest solange, bis irgendjemand wieder an der Vergangenheit herummurkst.

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Menschliches Allzumenschliches

Bei meinem letzten Schnupfen ist mir George Clooney begegnet.

Ich hasse es krank zu sein. Mit erschreckender Regelmäßigkeit werde ich, sobald ich Zeit habe – zum Beispiel in der Vorlesungsfreien Zeit -, unheimlich krank. Aktuell ist meine Nase verstopfter als Nord-Süd-Autobahnen in den Osterferien. Unregelmäßig huste ich Schleim aus und fülle Taschentuch um Taschentuch mit … lassen wir das. Ich bin jedenfalls krank.

Eine der Begleiterscheinungen – also neben Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindelgefühl, Verlust des Geschmackssinn und Müdigkeit – ist ein Problem mit der Wahrnehmung. Was ich mich frage – und ich vermute, ich bin mit dieser Frage bereits auf dem Weg der Genesung – ob der Anteil meiner Wahrnehmung – also was ich Sehe – durch das Kranksein geringer wird oder die Auffüllentscheidungen meines Gehirns unlogischer. Aber, halt, was sehe ich denn genau?

Wenn ich krank bin sehe ich Prominente. Gesichter fremder Menschen werden plötzlich zu den Gesichtern mir bekannter fremder Menschen. Ich sehe in der rothaarigen Frau aus der Nachbarschaft plötzlich Nicole Kidman. Und der Hund beginnt wie ein Comichund zu sprechen. Alles unlogische passiert, was ich aus Serien, Filmen, Vorstellung und dergleichen kenne.

Die Frage ist nur: Stützt sich kranksheitshalber meine Realität auf weniger Wahrnehmung, oder werden die Prognosen meines Hirns über die Realität unzutreffender? Oder: Was das wirklich Cameron Diaz da im Supermarkt?

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