"Es ist ein Gorilla."

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ACHTUNG! Die im folgenden Text erwähnten Informationen können unter umständen die Freude an den Planet der Affen-Filmen, der Neuverfilmung und auch am Buch schmälern. ACHTUNG! Überlänge! SPOILER!
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Ich kann nur wirklich von mir behaupten, ich hätte mich mit Planet der Affen beschäftigt. Ich sah mehrmals die Originalfilme, die alle für sich genommen gute, teilweise sogar großartige, Filme sind. Ich sah mehrmals (allerdings bei weitem nicht so oft wie die Originalfilme) die Neuverfilmung von Tim Burton. Nun darf ich mich auch rühmen, Pierre Boulle’s Planet der Affen gelesen zu haben.
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Zuallererst waren für mich da der Originalfilm. Arthur P. Jacobs hat, gemessen an den damaligen Kenntnissen und Filmfertigkeiten (Stichwort Technik, Stichwort Affenmasken/-makeup, Stichwort Requisiten), und gemessen an einem Budget von gerademal 5.800.000 $ (zum Vergleich: Das Remake aus 2001 kostete 100.000.000 US$) einen der besten Filme gemacht, die ich jemals sehen durfte. Planet der Affen gehört zu meinen absoluten Favoriten und das, wie ich finde, zu recht. Die vier folgenden Filme sind für sich genommen ebenfalls gute Filme. Ich möchte kurz zu allen fünf etwas sagen.

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Planet der Affen ist eine Erzählung über einen Astronauten, der auf einem Planeten landet, auf dem die Affen die Herrscher sind, und die Menschen primitive, zum Sprechen unfähige Wesen. Im Vergleich zum Buch ist die Affenstadt des Film äußerst primitiv (für die im Buch auftauchenden Flugzeuge usw. war schlicht und einfach kein Geld da.). Verwirrenderweise sind die Affen – geteilt in die krieglustigen Gorillas, die religösen und traditionsbewussten Orang-Utan und die fortschrittlichen, gebildeten und pazifistischen Schimpansen – zwar mit Gewehren ausgerüstet, aber gänzlich ohne motorisierte Fahrzeuge (die ebenfalls im Buch auftauchen, im Gegensatz zu den Waffen). Die Synchonisation ist äußerst dürftig, deshalb empfehle ich den Originalton, um solche Meisterwerke wie „Take your stinking paws off me, you damned dirty ape!“ nicht zu versäumen.

Rückkehr zum Planet der Affen knüpft erzählerisch, aber auch von der Filmart her, an den Vorgänger an. Die Affen, um genau zu sein die Gorillas, sind jedoch noch aggressiver geworden. Man entdeckt zusammen mit Nova (Bild) und einem neuen Astronauten namens Brent, der zu Taylors Rettung gesendet wurde, eine Untergrundwelt mit den Nachfahren der Menschen-Mutanten. Hochintelligente, hochbegabte Lebewesen, die … eine Bombe anbeten. Besonders erwähnenswert: Am Anfang versucht Taylor seiner Nova sprechen beizubringen (und das Lächeln). Noch erwähnenswerter sind Novas einzige und für mich wichtigstens Worte, die je eine schöne Frau mit Dschungel-Fetzen am Leib sprach, oder viel mehr ein Wort. Den Namen ihres Geliebten: „TAYLOR!“ (Als dieser gegen Brent kämpfte (beeinflusst durch die Mutanten)). Selbiger Ausruf wurde dann auch nicht übersetzt, wie ich hocherfreut beim dreimaligen hintereinandersehen der Szene in allen Sprachen feststellte. (Das Gedrehte ist allerdings deutlich schlechter als im ersten Film. Kostengründe. Wie immer.)

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Flucht vom Planet der Affen (Bilder oben) könnte man beinahe als Familienfilm bezeichnen, wenn man nicht wüsste, wie er endet. Zira und ihr Mann Cornelius landen auf unserer Erde (in unserer Zeit) und werden von uns halbwegs freundlich aufgenommen. Die Medien, die durch die sprechenden Affen in helle Aufruhr versetzt werden, helfen den beiden, wie Menschen behandelt zu werden, anstatt wie Affen. Besonders interessant: Dr. Hassleins Angst vor den sprechenden Affen, die „Wiederholung der Geschichte“ mit vertauschten Rollen sowie die sehr weisen Worte des Präsideten, der sagte, vielleicht würden die Affen ja einiges besser machen, als wir.

Eroberung des Planet der Affen erzählt dann die Geschichte von Milo (bzw. Caesar), der Sohn von Zira und Cornelius, der durch einen Trick am Leben blieb (mehr möchte ich wirklich nicht verraten) und eine Revolution gegen die Menschen beginnt. Das ganze ist voller Gewalt, Sklaverei und Ungerechtigkeit.Auf den letzten Punkt bezogen möchte ich betonen: Auf allen Seiten. Entscheidendes Wort: „Nein“.

Schlacht um den Planet der Affen soll dann die Geschichte nach eben dieser Revolution darstellen, in der die Menschen und die Affen gemeinsam in einem Wald außerhalb der Stadt leben. Um ehrlich zu sein, ich fand den letzten Teil immer ziemlich misslungen und sah ihn mir meistens nicht an, sondern ließ meinen Affenmarathon mit der Eroberung enden.

Insgesammt haben wir also einen hervorragenden ersten Film und vier gute bis mäßige Fortsetzungen, die wahrlich keine Meisterwerke sind, aber doch durchaus – meiner Meinung nach – ansehenswert.

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Mit der Neuverfilmung durch den hochgeschätzen Herrn Tim Burton konnte ich mich allerdings bisher noch nicht wirklich anfreunden. Selbstverständlich sind die Verweise auf das Original einfach grandios. Ich verweise allein auf den Anfang. „Get your stinking hands off me, you damn dirty human!“ Selbstverständlich sind die vermutlich mit Computeranimation so lebensechten Affen großartig gemacht. Selbstverständlich ist die Geschichte näher am Buch und das Ende einfach mal viel besser als das des Originalfilms. Aber, gottverfluchtnochmal, ich komme einfach nicht darüber hinweg, dass die Menschen in Burtons „Planet der Affen“ alle Sprechen können. Wieso sollte Ulysse, also Taylor, der dort Leo Davidson heißt, auf Zira, die dort Ari heißt, angewiesen sein, wenn doch alle anderen Menschen sprechen können? Ja, genau, gar nicht! Es ist einfach ein riesiger Unterschied, ob nur deine Feinde dir intellektuell halbwegs ebenbürdig sind und du in deren Mitte einen Verbündeten finden musst, oder ob du auf deiner Seite Leute hast, die genauso talentiert sind, wie du selbst. Burton hat aus einem interessanten Buch und einem gesellschaftskritischen Vorgängerfilm einen Hollywoodleinwandangebermist gemacht, der eigentlich nur noch ein Blinkschild „with Special Effects!“ auf der Außenhülle benötigt, um völlig Popcornuntertänig zu sein. Wobei man diesem Urteil keinen alzu hohen Glauben schenken darf. Erstens sah ich das Original schlicht zuerst und zweitens habe ich sowieso eine Vorliebe für Filme entwickelt, die schon wenigstens 20 Jahre alt sind.

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Zudem gibt es Comics, zwei Fernsehserien (die allerdings äußerst schlecht liefen) und tonnenweise Merch-Kram. Affenstatuen. Affenmasken. Dokumentationen. Aberdutzende Verweise auf den Film in allen wichtigen und unwichtigen Fernsehserien. Man schaue sich einfach mal die „Cultural References“-Liste im Englischen Wikipedia dazu an, die sagenhafte 7501 Zeichen lang ist. (Zum Vergleich: Dieser Text hatte bis hier „immerhin“ um die 6600 Zeichen.) Das alles – und 3.870.000 Seiten für „planet of the apes“ in 0,09 Sekunden bei Google – hat dieses einzige, in der deutschen Taschenbuchausgabe 2001 (Heyne-Verlag) gerademal 188 Seiten lange Buch ausgelöst.
(Bild (rechts): „Planet of the Apes Slave Nova & Taylor 12 inch figures“ Bildquelle.)

Pierre Boulle hat also einen ziemlichen Volltreffer damit gelandet, wenn ich das mal so frei formulieren darf. Seine Geschichte unterscheidet sich etwas von all dem oben beschriebenem. Die Rahmenhandlung ist ganz interessant. Ein Liebespaar reist durch den Kosmos und findet eine Flaschenpost. Sie lesen die Geschichte darin und sind verwundert darüber, dass Menschen dort denken, aber sie lesen weiter. Es geht um einen Menschen, der zu einem Planeten ähnlich seiner Heimat in weiter Entfernung reist, und dort auf stumme, dumme Menschen trifft (und eine wunderschöne Frau, die er „Nova“ tauft) und auf eine Hochkultur von Affen. Mit Flugzeugen, Autos, Forschung und Fußgängerübergängen. Der Astronaut lernt die Sprache der Affen, lernt sich mit ihnen auszutauschen und wird – weil Intelligent und von der Allgemeinheit toll gefunden – freigelassen aus seiner Gefangenschaft. Er lebt als „Affe“, arbeitet usw. Irgendwann jedoch muss er fliehen und schafft das, nimmt seine dort gegründete Familie mit und gelangt zu seinem Heimatplaneten, auf dem inzwischen gut 700 Jahre vergangen sind (Merke: Scheiß schnell reisen = scheiß wenig altern). Erschreckt stellt er fest. dass die selbe „Evolution“ sich auch auf seinem Heimatplaneten erreignete. Er flieht errneut in den Weltraum und lebt von da an dort mit seiner Familie. Am Ende halten das Liebespaar alles für ein schönes Märchen, wenn der Autor auch etwas übertrieben hat, in dem er einem Menschen soetwas wie Denken zubilligte. Unvorstellbar, soetwas. Schlicht, weil es sich um Schimpansen handelt.

Ich kannte das Ende. Ich wusste, dass Ulysse Mérou (der Buch-Taylor) nicht auf einen Menschenplaneten zurück kehren würde. Ich wusste, dass Jinn und Phillys, das Pärchen, Affen sein würden. Und trotzdem las ich die letzte Seite, voller Aufregung, saugte die letzten Worte in mich auf, und lies dann das Buch fallen, als würde ich mir bei längerem halten an derart heißen Eisen die Finger verbrennen. Ich war geplättet, weil alles… Nun ja. Die Erzählung wirkte, als wäre diese Zukunft nicht nur möglich, nein, als wäre es eine wirkliche Zukunft, die so und nicht anders stattfinden wird. Wäre es schlimm? Würden wir unserem Verstand nachweinen, oder nur unserer Halbfreiheit? Ich weiß nicht. Halte ich uns Menschen für so besonders, dass wir nur auf diesem Planeten existieren können oder glaube ich eher, dass es überall Menschen gibt und wir die „führende Rasse“ im Universum sind? Schwierig zu sagen, weil beides ein gewisses Maß an Selbstüberschätzung erfordert, dass ich nur auf mich persönlich, und nicht auf meine ganze Rasse „Mensch“, bezogen besitze.

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Wenn ein Buch dich an der Realität zweifeln lässt. Wenn ein Buch dich beeindruckt. Wenn du ein Buch nicht weglegen kannst. Wenn du ein Buch gleich nochmal lesen willst, wenn du fertig bist. Wenn du alles verstehst und es dich trotzdem begeistert. Wenn du überrascht wirst, trotz Vorwissen. Wenn du einen beinahe 10.000 Zeichen langen Blogeintrag darüber schreibst, dann ist ein Buch verdammtnochmal GUT!

Und genau das ist Pierre Boulles Planet der Affen. Ein wunderbares Buch, das wunderbare Filme nach sich zog und jeder, der bis hier durchgehalten hat, lesen sollte.

28 Antworten auf „"Es ist ein Gorilla."“

    1. „stranger in a strange land“ und „starship troopers“ sagt mir jetzt auf anhieb nichts. Wobei ich auch zugeben muss, wirklich wirklich wenig zu kennen. Gerade was Bücher/Filme/Musik/Medien angeht.

      1. starship troopers wurde verfilmt – weicht vom buch insofern ab – als dass es zymlich zynisch und unverholen die propaganda der letzten uns gebliebenen supermacht persifliert. (es gab einen lowbudget folgefilm und vor kurzem ist in amerika der 3. teil angelaufen – grottenschlecht, den ersten (von 1997 glaub ich)würd ich aber trotzdem anschaun^^)
        die erde wird von aus ihren umlaufbahnen geworfenen asteroiden bedroht – verursacher bzw. schützen des asteroidfeuers sind insekten – arachnoide. so schlägt der film an – das buch trägt sich anders.
        im buch wird eine militärgesellschaft beschrieben in der sich wahlrecht und ausübung öffentlicher ämter nur durch die verpflichtung zum staatsdienst – meist an der waffe – verdienen lassen. der gedanke das man sich seinen status als mitglied der gesellschaft verdienen muss hat gefallen. und nicht jederstrumpf der nicht weiss wie man sich schuhe bindet über krieg/frieden entscheiden darf… im übrigen wird der alltag und aufstieg eines infanteristen beschrieben – man erlangt einblicke in die ideologie der militärisch geführten gesellschaft. präventivkriege gegen unterlegene potentielle feinde – in kurzen nacht und nebelaktionen die – ehemals friedliche gebiete binnen kürzester zeit mit dem größtmöglichen flächen und sachschaden überziehen. das ganz offen als abschreckung gegen verborgene feinde genommen, wider den terrrrrorismus mit terror als staatlich legitimiertes mittel. hat sich jedenfalls gut gelesen – Robert Heinlein hat nen „arsch“ voll guter bücher geschrieben – unter andrem auch stranger in a strange land
        da kehrt ein vom einfluss menschlichem moral und sittenverständnis freier, von marsianern aufgezogener mann zur erde zurück und wird beim etablieren und abgleichen der für erdbewohner selbstverständlichen normen in sein eigenes system – in endloser reflektion vor zeugen – in eine messiahs rolle gedrückt ^^ es gibt eine menge freier liebe – er passt seine körperlichen attribute den wünschen seiner liebschaften an – durch gedankenkraft.. und wie das die geschichte so verlangt – von propheten und den wenig anpassungswilligen menschen ist das ende des buchs schon festgelegt.

        mag starship troopers eher als stranger in a strange land – man sollte das buch erst ab einer bestimmten sittlichen reife lesen ^^ es nützt nicht wenn der leser indoktriniert wird – weil er vllt die nuancen herauszulesen und die ironie zu erkennen noch nicht befähigt ist. es gibt ja situationen – in denen man was man liest aufsaugt und dann unhinterfragt – unreflektiert in sein eigenes leben einzubauen beschliesst – sind auf jedenfall wichtige sf-bücher und lassen sich in einem rutsch durchlesen – da auch um anfang der sechziger erschienen – spottbillig zu haben. ich linke mal ungefragt an einen möglichen strom

        Starship Troopers

        Stranger in a Strange Land

  1. Hab zwar auch alle „Affen“ gesehen, und habe keinen Lust mir das Ganze noch einmal zu geben, aber die Leidenschaft wie du über den Filmzyklus geschrieben ist ist sehr sympathisch. Liest sich super!

  2. Wenn du alles verstehst und es dich trotzdem begeistert.

    Schöner Satz.

    Vielleicht sollte ich endlich einmal die TV-Movie DVD mit der 2001er Verfilmung ansehen…

    Relativistisch ganz korrekt wäre übrigens eher sowas wie „Scheiß schnell reisen = relativ scheiß weniger schnell altern“ ;)

    1. Wobei, wie gesagt, ich find die 2001er-Verfilmung grotig. Wenn du möchtest – also, will sagen, wenn ich dich ausreichend beschworen hab – kann ich dir mal die DVD leihen. (Ja, ich gebs ja zu, den Originalfilm hab ich zweimal…)

      1. Wahrscheinlich werde ich deine Meinung zur Neuverfilmung nicht teilen, was dann allerdings daran liegen wird, das die Bewertung von einer (mehr oder weniger) eine abgeschlossene Geschichte beschreibenden, länger als ungefähr 42 Minuten dauernden Bewegtbildproduktion meine Kompetenzen, vor allem hinsichtlich einer weitestgehend sachlichen Beurteilung, deutlich übersteigt.

        Und irgendwie mag ich Filme doch grundsätzlich nicht…irgendwann sind die ja rum :(

          1. Serien haben aber mehrere Folgen und beliebte auch mehrere Staffeln auf deren Erstausstrahlung man sich immer wieder neu freuen kann. Bei Film-Sequels kann man meistens schon vorher sagen, dass sie doof sind, weil man nur an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen wollte, um damit Kasse zu machen.

            Dass mein Vergleich hinkt ist mir nicht bewusst. Serienfortsetzungen werden nie nur gemacht, um Kohle zu scheffeln. Mist.

  3. Also ich muss ja zugeben, dass es schon eine Weile her ist, dass ich die Filme das letzte Mal gesehen habe, aber ich fand sie genauso großartig wie du. Und irgendwie war mir bewußt, dass es noch einen fünften Teil gab, aber in Deutschland wurden bisher immer nur die ersten vier gezeigt, denn verdammt nochmal, Teil 5 kenne ich nicht! Werde mir wohl nochmal alle Teile geben müssen.

    Die NEuverfilmung habe ich mir auch noch nicht angesehen, irgendwie kann ich nicht glauben, dass das irgendeinen Sinn macht – denn das Orginal war ja schon unschlagbar und wie du auch beschrieben hast – technisch einfach gut gemacht. Dass das Ende besser sein soll als im Orginalfilm kann ich kaum glauben. Wie war das nochmal? „Was habt ihr getan?!!! und die Reste der Freiheitsstatue im Blickfeld (oder irre ich da, wie gesagt schon lang her).

    Noch ne kleine Anmerkung: Die Aufteilung mit den kriegerischen Gorillas usw. hat mich sehr an Platons Politeia erinnert, mit seiner Kriegerkaste, den Arbeitern und den Philosophenkönigen (und natürlich den Sklaven = hier die Menschen).

    …und das Buch werd ich jetzt wohl mal lesen müssen ;)

    1. Naja, sowohl Neuverfilmung als auch Buch beruhen darauf, dass zwei Menschengesellschaften durch eine bessere Affengesellschaft ersetzt werden. In der Neuverfilmung durch eine „Revolution“, im Buch durch einen natürlichen Prozess. Und… nun ja… es findet halt sowohl aufm fremden Planeten als auch auf der Erde statt. Entweder, in dem die Affen dort landen, oder eben, weils einfach ein fuck Natürlicher Prozess ist.

      Originalfilm dagegen spielt die ganze Zeit auf der Erde. Hat ne gute Pointe, aber eben nicht so gut wie: Alle Menschengesellschaften wurden von Affen übernommen.

        1. War nicht ganz so einfach, das zu kriegen. Im Katalog des örtlichen Buchfachhandels gabs das nicht und selbst bei Amazon nur gebraucht. Aber, die brauch ich nichts über Bücher erzählen, Dir, als Bücherhändler….

          1. So hab das Buch jetzt auch mal gelesen. Kannte ja auch schon die Filme (bis auf die Neuverfilmung und ich weiß nicht ob ich den fünften Teil gesehen habe), deshalb konnte man sich beim Lesen auch so einiges vorweg denken. War aber gar nicht so problematisch wie ich dachte.

            Interessant fand ich an dem Roman, dass er Teile von Platons „Politeia“, der französischen Revolution und der Rassendoktrin der Nazis aufgegriffen hat (ich fühlte mich jedenfalls sehr oft während des Lesens an diese zeitgeschichtlichen Dokumente/Ereignisse erinnert). Doch viel zu oft hatte ich das Gefühl, dass hier einfach nur Mensch und Affe ganz platt vertauscht wurden, ohne dass sich der Autor weitergehende Gedanken gemacht hat oder den Affen eine eigene Kultur eingehaucht wurde (bis auf die oben erwähnten historischen Dokumente und Ereignisse – jedoch auch hier einfach Mensch durch Affe ersetzt). Im Gesamtkontext betrachtet ist das wiederum nur konsequent, denn Boulle betont ja mehrfach das gekonnte „nachäffen“ der Affen.

            Trotzdem war ich nach der Lektüre ein wenig gespalten, weil mir auch manche rassischen Aspekte ein wenig zu häufig betont wurden. Für seine Zeit und das Science-Fiction-Genre aber trotzdem ein wichtiges Buch, behaupte ich jetzt mal und verschwinde kleinlaut vom Planet der Affen.

          2. Ich finde gerade dieses nur Rollenvertauschen interessant. Weil, offensichtlich, machen die Affen die Menschensachen erfolgreicher, als man es sich denken würde…

          3. Mir hat sich es der Autor da ein wenig zu einfach gemacht, indem er wirklich alles einfach nur kopiert hat – und die Affen haben doch auch erst mal 10000 Jahre Stillstand hinter sich, ob man das jetzt als erfolgreich werten kann?

            Aber der Punkt der menschlichen Ersetzbarkeit auf dem Planeten wird schon sehr deutlich, da muss ich dir Recht geben.

            Werd mir vielleicht heute Abend die Neuverfilmung geben (eigentlich will ic gar nicht, kann nur schlecht werden), außer Herr Phillip K. Dick fesselt mich zu sehr an die Seiten.

          4. Philip K. Dick… mit dessen Kurzgeschichtenband bin ich ja jetzt auch durch. Nach langem langem Kampf. Und ich frag mich, was ich als nächstes Lese.

          5. Les im Moment „Nach der Bombe“ von ihm. „Zeit aus den Fugen“ war richtig gut. Aber da ich mit meinen Buchempfehlungen bei dir ja meist den richtigen Geschmack treffe, organisier dir mal von Heiner Link „Fräulein Ursula“, wenn du einfach mal wieder wirklich lachen willst. Die schönsten subversiven Elemente findet man doch nur im Golfclub. Wenn du was ernsteres lesen willst, dann lies „Der Samurai von Savannah“ von Boyle, wenn ich den dir nicht schon zu oft empfohlen habe.

            Bei Dick bin ich ja bei dir mal über eine Kurzgeschichte gestolpert die mich sehr fasziniert hat, ich kann mich nur nicht mehr daran erinnern was es war – weißt du das noch?

          6. Nö. Erinnerungsvermögen hab ich schon vor drei Jahren gegen Blogsucht getauscht. ; )
            Aber es muss in „Der unmögliche Planet“ sein, andernfalls hätte ich die Kurzgeschichte nicht gelesen. (Wars irgendwas mit… Krieg?)

            Die zwei Bücher kuck ich mir mal an, bei Gelegenheit, wenn ichs nicht vergesse.

          7. Scheiß Gehirn! Ich weiß nur noch, dass du es unten an einen Text in Kleinschrift drangehangen hast :)

            …ich werd deinen Blog wohl mal durchstöbern müssen.

          8. *) Ich las kürzlich eine Kurzgeschichte von Philip K. Dick mit dem wunderschönen Titel „Verwirrspiel“. Es ging um eine Kolonie von Soldaten und ihren Frauen, die von einer unbekannten Macht angegriffen wurden, die niemals Verletzte zurücklies. Sie borgen das Raumschiff, mit dem sie dort gestrandet waren, und fanden heraus, dass sie wohl alle unter massiver Paranoia leiden, denn sie waren auf dem Weg zu einer Psychatrie gewesen. Zitat: „‚Wenn sämtliche Metermaße auf hundertzehn Zentimeter verlängert würden‘, fragte Fisher, ‚wie sollte das irgend jemand beweisen können. Es müßte hundert Zentimeter lang bleiben, invariabel, konstant. Wir sind ein Haufen falscher Metermaße, alle hundertzehn Zentimeter lang. Wir brauchen einen Nichtparanoiden zum Vergleich.'“ Nun wollten sie testen, ob sie es wirklich sind, oder nicht und entwarfen einen „objektiven“ Test. Am Ende tötet einer von ihnen die, die sich für diesen Test aussprachen. Er glaubte weiter, dass er von einer fremden Macht angegriffen werden würde, und rief deshalb zum Krieg gegen die Erdenbewohner auf, weil er diese dafür verantwortlich macht.

            [ http://faulit.blog.de/2008/05/27/preacher-said-4229265 ]

            Ich sag nur: Suche.

          9. Ich nutzen, doch mein klägliches Menschenhirn konnte den Artikel nicht hervorbringen. Also machte ich es wie alle und äffte ihnen nach und ging zum großen Meister google. Dieser gab mir dann den entscheidenden Hinweis. UGA!

  4. Schöne Zusammenfassung, wobei ich filmisch doch schon ab Teil 3 gewaltige Probleme habe. Sind mir dann doch zu…ja… ich finde lieblos gemacht.

    Das dazugehörige Buch hab ich bisher noch nicht gelesen.
    sollte ich vielleicht mal nachholen

  5. Schöner Beitrag zu einer guten Filmreihe.

    Ich muss zugeben das ich in meiner Jugend immer wieder von den Planet der Affen – Filmen gehört habe, sie damals aber nie gesehen habe. So kam ich dann erst in ein zweifelhaften Genuss des Burton-Remakes. Schlecht fand ich den damals nicht, umso mehr aber als ich dann ein Jahr später endlich das Original gesehen habe, das doch deutlich besser ist. Vor allem gab es da weitaus weniger Action. Allerdings bin ich hier mit dir überhaupt nicht einer Meinung, warum soll denn bitteschön das Ende des Remakes, das für mich gar keinen Sinn machte, besser sein als das legendäre Kultfinale, wenn Taylor die Freiheitsstatue findet?

    Die „Rückkehr“ sah ich dann einige Zeit später und denn fand ich auch sehr gut. Vor allem das man etwas mehr von dem politischen System der Affenwelt sieht, und was aus den Menschen geworden ist. Das Ende war für mich eine Riesenüberraschung, war mir doch bewusst das es weitere Fortsetzungen gibt.
    Vor kurzem sah ich dann die „Eroberung vom Planet der Affen“. Um den Hintergrund zu verstehen las ich mir in Internet mal den Inhalt von „Flucht“ durch und merkte das sich die Geschichte nun in eine ganz andere Richtung entwickelt als ich das immer gedacht habe. So zerstörte die „Eroberung“ auch die von meiner damaligen kindlichen Naivität geprägte Vorstellung das in diesem Film die Menschen den Planeten erobern würden. Dabei erzählt der Film genau das Gegenteil. Ich fand den Film nicht schlecht, aber irgendwie fehlte eine gewisse Spannung, weil man doch genau wusste wie es ausgeht.

    Die „Flucht“ werde ich mir bei Gelegenheit mal anschauen, aber nach dem was ich über „Schlacht“ gelesen habe, werde ich mir den wohl sparen. Jedenfalls kenne ich nun nach knapp 20 Jahren endlich die gesamte Geschichte der „Affen“-Filme.

    1. Das Ende von dem Burtonfilm ist dahingehen besser, weil es sich genauer an die Buchvorlage hält, den Affen eine „Hochkultur“ wie die unsere zubilligt und vor allem, weil es nicht dem Glauben anhaftet, dass Wissenschaftler, die es schaffen, ein verdammtes Raumschiff so unglaublich weit fliegen zu lassen, es nicht schaffen, das selbiges Raumschiff nicht im Kreis fliegt.

      Außerdem ist das Ende vom Originalfilm nach dem zweiten mal gucken nicht mehr überraschend, weil man eben die ganze Zeit weiß, sie sind auf der Erde. Nur Taylors Geschreie gibt da wirklich noch was her. Das Remake-Ende gibt aber Gelegenheit zur Spekulation, zum Nachdenken, zum wasauchimmer.Wobei – und das habe ich im Text oben komplett ignoriert: Aus dem Original kann man eben auch was lernen. Z.B. das wir keine Atomwaffen mehr einsetzen sollten, und das Religöse oder Politische Einschrenkungen aufs Denken einfach scheiße sind und das es nicht selbstverständlich ist, dass dies unsere Welt ist, und und und.

      „Flucht“ ist aber wirklich ein toller Film. Ich finde, besser noch als „Eroberung“.

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