Sie nannten es "Schnee".

Gefrohrenes Wasser regnet vom Himmel herab. Es schneit. Auf meiner „Jacke“ (in Anführungszeichen) bildet sich eine Schutzschicht aus Weiß. Ich höre Fantino aus dem Lost-in-Translation-Soundtrack und gehe schnurrstracks, ohne einen Gedanken zu verschwenden an den verschwendeten Vormittag und mein erneutes Fehlen im Sportunterricht. (Mir gings wirklich schlecht. Ich kann nicht lügen. Aber, alle glauben, ich lüge.) Beim örtlichen Asia-Wok gabs das übliche. Nummer Zehn, und weil mir danach war auch Nummer Vier. Mit einer Plastiktüte und einem geschenkten Kalender ging ich durchs Judengäßle – das ich nur mit chinesischem Essen durchquere – heimwärts. Der Nachmittag duftete nach Schnee, das Wohnzimmer nach Wärme. Ich setzte mich, nahm einen tiefen Zug des Geruchs meines Essens. Chinesisches Essen und Winter. Als würde es zusammengehören. Wie als wäre Chinesisches Essen nur für den Winter gemacht. Geschmeckt hat es dann – soviel sei erwähnt – doch nicht.

Ich vermisse das Gefühl irgendwo richtig zu sein. Das Gefühl wach und interessiert zu sein kommt mir immer fremder vor. Ich hasse und schwärme von einem Moment zum anderen. Ein ständiger Wechsel.

Heute Abend Pushing Daisies. Pushing Daisies und Ben & Jerry’s Ice Cream. Als wäre es für einander gemacht. Irgendwo war ich froh, nicht verliebt zu sein, und irgendwo.. auch nicht. Ich vermisse manchmal meine Freunde. Und das Früher. Aber das geht vorbei, hab ich mir sagen lassen. Ich werde nun besser schlafen gehen. Zwar bin ich sicher, dass ich nicht fürs Schlafen gemacht bin, und umgekehrt ebensowenig, aber die Schulstunden müssen morgen auch irgendwie vorüber gebracht werden.

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„Ich wollte immer wie Elvis sein, wollte sein Leben leben, aber dummerweise brachte ich etwas durcheinader. Fett und desinteressiert hätte ich erst werden dürfen, nach dem ich berühmt wurde. Nicht umgekehrt.“ Beliebtsein strich sich über seinen dicken Bauch. „Aber Elvis Presly, warum hast du denn so große Ohren?“ sprach Langeweile. „Damit ich dich besser hören kann.“ „Aber Elvis, warum hast du denn so große Augen?“ fragte Langeweile. „Damit ich dir besser in den Ausschnitt glotzen kann.“ krächtste Beliebtsein und kniff seine gute Freundin in den Bauch. „Aber“ kicherte sie, „Elvis? Warum hast du so ein großes Maul?“ Das Licht einer Latterne erhellte das bisschen Glück, dass die beiden Freunde gerade erleben durften.

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