Weihnachtszeitschleife

Man wacht auf, um Zehn oder Elf Uhr in der Früh, und dreht sich um, denkt sich, heute ist doch eh nichts los. Wie Sonntags. Ja, genau. Zwei Sonntage, direkt hintereinander. Dann kommt – ein von mir sehr ersehnter – Samstag und danach – Oh Wunder – ein weiterer Sonntag.

woman

Ich persönlich fühle mich an Weihnachten immer ein wenig wie in einer Zeitschleife gefangen. Es gibt zwar dieses Jahr – ists jemand aufgefallen? – keine Weihnachtsaktion in diesem Blog, aber trotzdem ist alles wie das Jahr davor, und – selbstverständlich – das Jahr davor. Die selben Halbschönen Geschenke, die gleiche langweilige, langsam zerfallende Verwandschaft, die selben dummen Spiele, der gleiche alte Christbaum, bei uns ungeschmückt, bei anderen wie jedes Jahr. „Alle Jahre wieder“ singen die Kinder. Je älter ich werde, desto mehr entdecke ich die versteckte Drohung dahinter. „Alle Jahre wieder“, es gibt kein Entkommen, keine Rettung.

Vielleicht befinde ich mich auch insgesamt in einer Zeitschleife. Einer äußerst langen, aber dennoch einer Zeitschleife. Das würde meine ständigen (weihnachtlichen) Déjà-vu-Erlebnisse erklären und auch meine inzwischen unangenehme Müdigkeit. Dicke Augenringe. Egal.

Heute morgen stand ich – wie erwähnt – sonntagsgefühlsmäßig auf, saß unten ins Wohnzimmer und bereicherte mein Leben mit ein wenig Lachen, in dem ich die Wiederholung von „GIGA THE SHOW“ ansah. Weihnachtsausgabe. Und so. Einer erzählte von seinem Drehbuch. „Here comes the Bus“. Ein Film, der eigentlich nur daraus besteht, dass ständig irgendwo, wo es eigentlich unwahrscheinlich ist, einen Bus anzutreffen, einer auftaucht. Ich würde mir einen solchen Film ansehen – sofern nicht die üblichen Verdächtigen (Adam Sandler, etc. pp.) mitspielen und man das Konzept nicht auf Komödie trimmt. Wieauchimmer. Duschen, im Spiegel ansehen und feststellen, wie unlebendig ich schon aussehe, anziehen, und hier entdecken, das sogut wie niemand heute schon gebloggt hat.

Aber, eigentlich hätte ich es wissen müssen, schließlich habe ich das ja – wie oben erwähnt – das alles schon erlebt. Nacher: Essen, Kaffee bei Großmutter, Abendessen, Schlafen.

Irgendwo am anderen Ende der Gedanken sitzen Langeweile und Beliebtsein in Schwarzweiß an einem Tisch und senden mir böse Vorahnungen. „The same procedure as last year, Miss … Boredom?“ fragt er. „The same procedure as every year, Beliebtsein“ antwortet sie. Prost!

11 Antworten auf „Weihnachtszeitschleife“

    1. Naja… ich erinnere mich zumindest an keinen Film mit ihm, der auch nur halbwegs ernsthaft war und zu mehr als „Hahahaha“ und am Ende „Oh wie süß“ fähig war… Du magst Adam Sandler?

  1. Am besten bis Nachmittags schlafen, dass ist der halbe Weihnachtstag schon rum und die Zeitschleife kann dich mal kreuzweise.

    Das mit dem „Alle jahre wieder“ ist mir auch schon aufgefallen.

    Bald ist der Weihnachtsterror orbei, halte durch!

  2. Zeitsachleife ist doch gar nicht so schlecht. Man lernt dazu, siehe „die täglichen Grüße des Murmeltiers“.

    Weihnachtskompetenz will mühsam erworben werden, das geht nicht so hopp hopp (aka Dietmar Hopp)! :>>

  3. was mich interessiert: wer ist das auf dem (in blogzeit gerechnet uraltem) foto?

    ps.
    hab gestern sandler gesehn in der wutprobe. Geguckt, weil nicholson mitspielt — aber naja. Nicholson trotzdem irgendwie geil.

    pps.
    ach, heute 23.40h übrigens nochmal nicholson: als Joker in
    „batman“
    (ZDF)

    1. Sandler mochte ich auch noch nie, aus genannten Gründen.
      Nicholson ist genial. Nur in Die Hexen von Eastwick mag ich ihn nicht so…
      Wutprobe muss ich mir auch mal ansehen.
      Aber nicht wegen Sandler ;)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.