Ich bin ein Schlafsofa.

Ich bin ein Schlafsofa.
SpiegelSpiegelIkeaschlafen

Wenn ein Kissen bei IKEA von sich behaupten kann, es sei ein Schlafsofa, dann kan ich das auch. Mein Name ist Beliebtsein und ich bin ein Schlafsofa.

Manche Leute ziehen mich ganz gerne aus, aber ich bin auch bequem in meiner alltäglichen Erscheinung. Leider lasse ich mich nur schwer bewegen, aber wenn man einmal einen guten Platz für mich gefunden hat, möchte man mich nicht mehr missen. Mein Aufbau ist kinderleicht. Auch meine Pflege geht einfach von der Hand. Mein abnehmbarer Bezug kann in der Maschine gewaschen werden. Mein robustes Innenleben sorgt dafür, dass Sie lange Zeit Freude an mir haben. Sollte all das Sie nicht überzeugt haben, dann vielleicht mein überragendes Design: Schlicht und zugleich edel. Durch meine Bezüge in vielen unterschiedlichen Farben und Formen passe ich mich Ihrem individuellen Geschmack perfekt an.
Ich bin ein Schlafsofa.
Designer:
Gott. Evolution.

Pflegehinweise:
Buntwäsche 60°C.
Nicht mit Chlor bleichen.
Nicht trocknergeeignet.
Bügeln – bitte nicht!
Nicht chem. reinigen.
Hängend trocknen.

.

Aber ich bin keine Lösung für zwei Probleme, sondern leide unter einer schweren Identititätskrise. Ich weiß nicht: Bin ich ein Bett? Bin ich eine Sitzgelegenheit? Bin ich beides? Bin ich nichts? Vor lauter Fragen kann ich manchmal nicht schlafen. Vor lauter Fragen kann ich manchmal nicht wachen. Es ist schrecklich, nicht zu wissen, was ich bin, wer ich bin oder ob ich überhaupt – objektiv – existiere. Mein Name ist Beliebtsein und ich bin ein Schlafsofa. Ich würde mich freuen, bald auch in Ihrer Wohnung ein Zuhause zu finden.

.

„Du hast nicht wirklich über dich selbst geschrieben, dass dich manche Leute gerne ausziehen würden, oder?“ fragte Langeweile entsetzt am Telefon. „Ähm…“ sagte Beliebtsein als halbstarke Begrüßungsformel, wie er es so oft tat, wenn Langeweile ihn wegen eines seiner Blogeinträge anrief. „Wer denn bitte will dich nackt sehn?“ sagte sie laut und verhöhnend und hielt dann – schnauf – kurz ein, um zu realisieren, was sie gerade gesagt hatte. Dann lachte sie, wie sie es immer tat, wenn sie versuchte, etwas gerade gesagtes ungesagt zu machen. Beliebtsein – in Selbstironie geübt – griff ihr Lachen auf und sagte: „Natürlich wollen viele mich ausziehen! Tierschützer zum Beispiel, die es schrecklich finden, wenn Wale in T-Shirts gepresst werden. Oder mein Vater meinte auch neulich zu mir, ich solle endlich ausziehen.“ Beide lachten. Ein wenig. Und legten auf, wie gewöhnlich, ohne sich zu verabschieden, weil sie eigentlich nie aufhörten, sich zu unterhalten… es gab nur ein paar Pausen in ihrem endlosen Gespräch..

5 Antworten auf „Ich bin ein Schlafsofa.“

  1. Was du nicht weißt, macht dich sicher auch nicht heiß, oder?? Läbbe is noch lang, da kann noch einiges draus werden…selbst bei einem Schlafsofa.

    :))

    (und selbst, wenn es nur von der Evolution designed wurde…)

    1. Ich glaub, ich mach mir jetzt ein „Ich bin ein Schlafsofa“-T-Shirt und ein paar Buttons. Dieses Bekenntnis spiegelt einfach finde ich ganz wunderbar die Orientierungslosigkeit und das sich-alle-Opitionen-offenhalten-wollen unserer heutigen Zeit wieder. Vor allem zeigt es aber auch, dass wir nie so genau wissen, wer wir sind. Vielleicht sind wir nur ein Kissen, auf dem „Mensch“ drauf steht… Oder fändest du ein Schlafsofa-T-Shirt und Buttions doof?

      1. Also ich bin kein Schalfsofa. Aber ich erlaube mir keine Meinung zu der Frage, ob du diese Artikel haben solltest oder nicht.

        Im Universum sind wir alle letztlich allein, das ist die Botschaft!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.