this monkey’s gone to heaven

Warnhinweis: Depri. Depri. Depri. Bitte nicht ernstnehmen, ich schreibe mir hier nur einen blöden Tag von der Seele.

Wolkengraue Straße

Heute ist kein guter Tag. Das wusste ich direkt beim Aufstehen. Ich übertreibe vermutlich, aber bevor ich melodramatisch werde, meinen eigenen Tod vortäusche und für ein paar Wochen in einem Erdloch wohne, glaube ich nicht, dass der Tiefpunkt und damit das Ende dieses überaus miesen Tages erreicht ist. Mir ist kalt. Ich atme – gekünstelt – schwer, wie ein Astronaut, der kaum Sauerstoff mehr hat. Angeblich habe ich Fieber. 38,1 Grad. Völliger Unsinn. Ich habe auch keine echten Kopfschmerzen. Zuerst wurde mir – auf hier unbeschriebenem Wege – klar, dass ich eigentlich nichts bin in unserer Gesellschaft. Ein Delta allenfalls (wie in „Brave New World“). Wer die Entscheidungsmacht hat, ist mehr wert. Ich bin nur Konsument. Nur Arbeitskraft. Ich darf nicht nach mehr streben, darf nicht „mich selbst“ „verwirklichen“. Wieauchimmer. Sie sehen schon, ich bin ein bisschen deprimiert. Noch ein bisschen mehr, und es müsste wieder aufhören. Blah.

Aber irgendwie war der tiefste Sturz an der Felsmauer meiner Stimmung heute beim Blutspenden. Oder viel mehr, bei der Untersuchung davor. Ich wurde… zurückgestellt. Ich schäme mich, weil die Worte der Ärztin in meinen Ohren klangen, als sei ich eine Gefahr für kleine, kranke Kinder, was so wohl auch stimmt. Die Ärztin stellte 38,1 Grad Körpertemperatur fest. Wenn der Körper nur das Werkzeug des Geistes ist, das Materialisierte, das in der „Realwelt“ agierende Medium, während die Seele oder Geist oder was auch immer steuert, dann habe ich mich gefühlt, als hätte man mir gesagt: „Ihr Werkzeug ist verrostet. Wie sind Sie damit nur umgegangen? Peinlich! Wir brauchen zwar Werkzeug, aber Ihres ist unbrauchbar.“

All dieses Wehleidige, all das Herumgeheule gehört bei mir zum Prozess des sich in einem Grab Meer aus Kissen und Decken zu verstecken, ja zu vergraben. Möge dieser unangenehme Tag verschwinden auf den knarrenden Sohlen, in denen er angekommen ist. Ich egozentrisches Arschloch möchte kein Mitleid von Ihnen. Wirklich. All das gehört zum Prozess des sich vergraben, sich verpuppen, in der Hoffnung gesund und „wiederbelebt“ aus meiner Asche emporzusteigen.

Zu diesem Prozess gehört auch, dass ich ein Lied festlege, dass ich im Falle meines unwahrscheinlichen Werkzeugverlustes gerne bei der „Trauerfeier“ gespielt hören würde (schönes Bild eigentlich, der Werkzeugverlust, weil es suggeriert, nur der Körper sterbe, und etwas „Höheres“ lebe weiter). Es soll dann bitte „Monkey Gone To Heaven“ gespielt werden. In der Interpretation von Elk City. Letzter Film wäre übrigens „Moon“ gewesen. Sollten Sie auch auch ansehen, auch, wenn Sie nicht im (Hypochonder-) Sterben liegen…

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Achwas…!

Mir geht es doch gut. Danke der Nachfrage.

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2 Antworten auf „this monkey’s gone to heaven“

    1. Nö. Aber irgendwie muss man ja den Leuten unter die Nase binden, dass man jetzt seit 2 Tagen alles mögliche zwischen 38 und 39,8 Grad hat…
      Wie gehts dir so?

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