Selbstgespräche

Tesa

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„Was machst du heute, Beliebtsein?“ fragte Langeweile gewonnt fröhlich. „Das selbe wie immer.“ antworte sie selbst, denn Beliebtsein war heute nicht da, so dass sie Selbstgespräche führen musste.

„Prokratinininieren?“ fragte Langeweile, wie als hätte sie die Antwort nicht gewusst. Solche Unterhaltungen waren typisch für die Beiden, auch wenn sie heute alleine war.

Sie selbst antwortete – als wäre sie sie und ihr bester Freund zugleich – mit einem leichten Nicken und fragte dann weiter: „Und was müsstest du eigentlich machen?“ – „Leben“. antwortete sie in einem Ton, den nur Beliebtsein an manchen Tagen anzustimmen vermochte. Um ihr Nicht-Gegenüber nicht weiter zu deprimieren wechselte sie schnell und unbeholfen das Thema.

„Wie findest du die Neue Blumentopf?“ – „Das Lied über Nerds ist toll, und der erste Track geht auch ziemlich ins Ohr.“

„Ich glaube ja, Rapmusik ist das neue Gedichteschreiben. Nein, ersthaft.“ Langeweile lachte ein wenig, dann wurde ihr wieder klar, wie alber dieses Schein-Gespräch war. „Jedenfalls… Irgendwann nennen Sie Max Herre…“ – „… in einem Atemzug mit Goethe, Schiller…“ „… oder Charles M. Schulz.“ – „Ja, vielleicht.“ Langweile blickte schweigend zu Boden.

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Auf eine leere Wand starrend saß Beliebtsein alleine in seinem Zimmer. Mit sich selbst zu Reden deprimierte ihn immer.
„Ich hasse Funkstille.“ dachten beide zugleich. Sie wussten nicht, dass der andere gerade das selbe Gespräch mit sich geführt hatte.

Eine Antwort auf „Selbstgespräche“

  1. Ach, egal! Ich klicke jetzt selbst meinen Like-Button (Menüleiste unten). Wenn mich schon von euch keiner leiden kann, dann wenigstens ich mich selber. Für solche Texte jedenfalls.

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