2000 Tage im Morgenmantel.

faulit

morgenmantel

Donnerstag um 11:33:39 Uhr, da blogge ich seit exakt 172 800 000 Sekunden. Heilige Scheiße!

Ich weiß nicht mehr, wie rum es gehört. Entweder hat mich das Bloggen alt gemacht, oder das Altern machte mich bloggend. Weit über 2170 Einträge habe ich in diesen 2000 Tagen in zahlreichen Unterschiedlichen Blogs verfasst – vor allen Dingen hier. Ich wurde um unzählige Erfahrungen reicher. Habe Freunde gefunden und wieder verloren, habe alles mögliche gelernt, habe Kontakte gepflegt und gesprengt. So viel ist in den über 5 Jahren passiert. Ich erinnere mich nicht mal an ein Zehntel von allem – gut, dass ich es aufgeschrieben habe.

Inzwischen ist das Blog anders, als es damals gestartet ist. Ich bin, wenn auch nicht erwachsen, so zumindest träge geworden. Mein Lächeln ist ernster, ehrlicher, meine Müdigkeit aber auch. Mein Witz ist versteckter, manchmal aber auch zu offensichtlich. Meine Angst vor der Zukunft ist größer und konkreter geworden. Die Selbstzensur ist gestiegen. Aus dem aufstrebenden Talent, dass bei richtiger Förderung etwas hätte werden können – ist nichts geworden. Aber ich bin zufrieden. Hochzufrieden. Ich bin an einem Punkt angelangt, an dem mich nur meine Freude am Bloggen noch daran bindet – keine große Leserschaft, keine Anzeigeneinnahmen, keine sinnlosen Blogawards. „Le Blog c’est moi“. Mehr nicht, aber auch nicht weniger.

Es ist ein großartiges Gefühl, all sein Herzblut hier hineinstecken zu können – oder ab und zu auch mal provanere Sachen -, aber es letztlich nicht zu müssen. Nichts haelt mich, das heißt eben auch: Ich bin frei. Frei von allen Zwängen, frei von jeder Einschränkung, frei von jeder äußeren Zensur. Und das ist einfach großartig.

Es mag Leute geben, die das zu Recht für Zeitverschwendung halten, Leute, die sagen, Bloggen sei tot, die mich für verrückt, rückständig oder verrückständig halten, aber die haben alle keine Ahnung. Oder ich habe keine. Wer weiß. Letztlich komme ich von diesem Blog nicht mehr los. So ist das halt. Und es gefällt mir. :)

.

.

(Ihnen auch?)


.
(Boah, das ist ja echt die mieseste sich-an-den-Leser-Ranmacherei seit… 2000 Tagen, mindestens. Und eigentlich sollte ich das hier von den Ärzten spielen, aber irgendwie… näh. Man muss ja nicht jeden Unsinn gefeiert haben.)

.

edit. Okok. Eigentlich mache ich das auch für die Kommunikation mit euch. So, Kommentare und sowas. Freu ich mich immer riesig drüber und ist dann auch immer ein kleiner Beweis, dass ich noch nicht ausschließlich Selbstgespräche führe. Und so.

3 Antworten auf „2000 Tage im Morgenmantel.“

  1. Wahnsinn, wie lang wir nun schon hier sind. In der Tat hat sich dein Stil verändert. Ich bin jetzt zu faul, alle alten durchzukramen, aber so vom Gefühl her hab ich das Gefühl, du würdest nun weniger flashig arbeiten, weniger gimmicky, oder du setzt es gezielter ein. Froh bin ich darüber, dass du immer noch die wichtigen Sachen schwarz anstreichst – ein Stilmittel, das ich mir leider nie angewöhnt habe.

    Deine Selbstzensur ist deutlich gestiegen, und scheinbar auch dein Glück. Sei stolz auf dein gigantisches Werk Literatur. Betrachte mich als fasziniert. Du hast mir wahnsinnig viele Stunden Lesefreude gebracht, du erfandest dich so oft neu, deine Medienkompetenz ist inspirierend, deine Wandlungen rührend (wenn auch noch nicht komplett), dein Stil buttermesserweich und trittsicher.

    Auf die Gefahr hin hier oberflächlich zu klingen:
    Auf die nächsten fünf Jahre! Vielen Dank Faulit!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.