Royal? Egal.

Auf mindestens vier Sendern (ARD, ZDF, RTL und Sat1) läuft gerade diese schreckliche Selbstbeweihräucherung einer Elite, die soweit entfernt von uns ist, dass wir sie entweder wie Götter verehren („Stars“) oder grenzenlos ignorieren. Irgendwo muss es selbst für die Beteiligten – allen voran das Brautpaar – unangenehm sein, dass diese eigentlich intime Beziehung nicht nur vor Gott, sondern auch vor einem großen Haufen Eliten aus aller Welt und Millionen von Fernsehzuschauern geschlossen werden soll. Mal ehrlich: Ist das noch angemessen? Polly Toynbee kommentiert das Geschehen hervorragend drüben bei Zeit Online. (Das klingt ein bisschen hochnäsig, nicht? Als wären wir „Nachbarn“ und „auf einer Augenhöhe“, aber so ist das in einer Demokratie. Würde ich in einer Kellerwohnung in irgendeinem Berliner Problemviertel wohnen, würde ich vom Kanzleramt auch als „drüben“ sprechen.)

Wenn ich ehrlich zu mir bin, nerven inzwischen nicht mehr nur die Leute, die den Adel überhöhen, sondern auch die, die ihren Unmut darüber kundtun. Endergebnis sollte eigentlich sein, dass mir Blaublüter ebenso unwichtig sind, wie alle anderen Menschen (oder positiv: Ich Adel nicht höher einschätze als alle anderen).

Ach…. ich habe keine Lust mehr darüber zu schreiben. Das Thema ist… einfach nicht meins. Sorry.

(Aber Hauptsache mal wieder was geschrieben, wa?)

15 Antworten auf „Royal? Egal.“

      1. Ich meinte all jene, die dem ganzen so pessimistisch gegenüberstehen.
        Die TV Sender catern für die breite Masse. Insbesondre die Pensionisten und Hausfrauen schalten Freitag Vormittags den Fernseher ein, und sonst zielt das Fernsehprogramm um diese Zeit eh auf diese Zielgruppe – insofern ist das für die Stationen rein eine Frage um die Marktwerte.

    1. … Ich möchte noch mal betonen: Der verlinkte Artikel auf Welt Online stammt von einer Britin.

      Daneben finde ich ist das Argument, man wisse nicht, was es heißt, dieses oder jenes zu haben, ziemlich hinfällig. Einerseits weiß man nie so richtig, wie es anderen geht, weil man nicht diese Personen sein kann. Andererseits weiß man aber auch nie so richtig, wer man selbst ist, weil man ja keine echten Vergleichsmöglichkeiten hat. Man kann das also immer sagen. „Du weißt nicht, wie es ist, diesen Kommentar hier zu schreiben.“ usw.

      ;)

      1. Ist egal, ob das eine Britin ist, der Artikel ist trotzdem voller linker Spinnerei. Die ZEIT ist extrem aus der Mitte gerutscht, das tendiert schon alles zum Kommunismus, was die schreiben.

        Man könnte auf einzelne Aussagen eingehen, aber das wäre zuviel der Ehre. Insgesamt ist der Artikel eine vollständige Realitätsverweigerung. Die Menschen sollen anders sein, als sie nun mal sind, die Gesellschaft soll anders sein.

        Ach, was reg‘ ich mich auf.

    2. Doch, das verstehen sie schon, haben ja selber lang genug welche gehabt. Wie die Masse dazu steht, zeigt sich ja schon an den 6 Sendern, die alle aus England übertragen haben.

      1. Ja, aber wir jungen Menschen nicht, wir haben nie welche gehabt.
        Und ich denk schon, dass ein Adelshaus was ganz anderes ist als amtierende Politiker. Denk da bloß mal an die britische Nationalhymne, „God save the Queen“ (das haben sie auch in der Kirche bei der Hochzeit gesungen, haha) – ich glaub, dass die Briten stolz sind auf „ihr“ Königshaus und dass sie es sehr schätzen. Die Brietinnen, die ich in Malta getroffen habe, hatten ihre Nationalhymne mit Leib und Seele gesungen, weil sie wirklich ihre Queen verehren. Ich find das schön, ich hätte gerne auch solch ein Vertrauen in unsere oberen Grämien.
        Da ich Englisch studiere sitze ich ein wenig im selben Boot.

        1. Schön gesagt. Allerdings werden Briten auch nie richtig verstehen können, wie es ist, ohne Königshaus zu leben, ohne jemand, der oben ist, weil die Leute vor ihm oben waren. Das Gefühl, bis nach ganz oben aufsteigen zu können, ist einfach großartig. Es ist schön, nicht in eine Person oder ein Gremium vertrauen haben zu müssen, weil das System Demokratie vertrauenswürdig ist.

  1. Erstens: diese Eliten haben wir doch in jedem Land! Denkst du etwa, die Bürger stehen einem Putin, Obama oder bei uns einem BuPrä oder einer Kanzlerin näher? Hahaha!

    Immerhin dient ein Prinz William stinknormal in der Army und kriegt da auch keine Sonderrechte gebacken.

    Und warum soll das NICHT angemessen sein? Wer sagt, was angemessen ist? Was ist für deine Hochzeit angemessen? Was würdest du denken, wenn die Nachbarn sich beschweren, daß du mit 300 Gästen gefeiert hast, obwohl sie maximal 100 für angemessen hielten?

    Wenn man intellektuell redlich an die Sache rangehen will und nicht mit ideologischen Scheuklappen, dann müßte sich doch bitteschön mal fragen, WARUM eigentlich solche Massen sich für das Ereignis interessieren und warum so viele Sender, denen der Populismus sonst auch meist als „bäh“ gilt, so einen wahnsinnigen Aufriß machen.

    Sorry, das gilt jetzt weniger dir als dieser blöden Schreiberin. Und zum seelischen Ausgleich werde wohl ich jetzt mal wieder was schreiben müssen und ein paar Hintergründe klarmachen. Allerdings wird das wohl hochgradig reaktionär werden. Aber ich machs.

    Und _nicht_ interessieren kanns einen gar nicht – jeder, der drüber schreibt, den interessierts. Ganz logisch irgendwie.

    1. Absatz für Absatz.

      Grundsätzlich müssen wir aber keinen Mord begehen, um jemanden unfähigen aus dem Amt zu bekommen (Guttenberg?). Klar gibt es diese Eliten, aber in Ländern mit funktionierender Demokratie kann man ohne diese auch halbwegs gut leben, kann unfähige Leute rauswerfen, man muss sich nicht einer Person (God save the queen?) untertänig fühlen. Klar, haben wir diese Eliten… und natürlich bin ich dem Bundespräsidenten nicht gleichgestellt. Aber, Bundespräsident könnte ich werden – König nicht.

      Dass Prinz William in der Army dient, sollte kein Argument für irgnedwas sein, sondern völlig normal. (Ist vermutlich auch so. Finde ich gut.)

      Der Unterschied, ob mein Nachbar meine Hochzeit für unangemessen hält, oder ein britischer Steuerzahler die des Königshaus, ist der, dass mein Nachbar nicht für die Hochzeit bezahlt. Wenn mein Nachbar aber gut argumentiert, könnte ich mir auch vorstellen, weniger Leute einzuladen.

      Es gibt große Zahlen an Andelsanhängern, aber wenn man überlegt, wieviele Leute NICHT bei der Hochzeit waren… halte ich diese Zahl doch für die Mehrheit. Und wenn du mir jetzt mit Einschaltquoten kommst: Wenn sonst nichts anderes gezeigt wird, sind hohe Einschaltquoten praktisch gesichert.

      Finde ich gut, wenn du das Thema nochmal durchsprichst.

      Und beim letzten Punkt muss ich tatsächlich von meinem hohen Ross runter. Du hast Recht. Vorhin habe ich auch noch mal ein Stück gesehen. Es ist interessant. Aber ich hätte wohl auch die Hochzeit von Westerwelle und seinem Lebensabschnittspartner im Fernsehen angesehen, wenn er ein Kleid getragen hätte.

      1. Zum letzten Satz: :>>

        Schöne Entgegnung. Ich habs nun mal geschafft, meine Sicht der Dinge darzulegen. Bin mir sicher, daß man die schwerlich teilen wird. Bin mir auch sicher, daß alleine die Schönheit der Braut einen hohen Anteil an meinen Worten hat.

        Naja, wir sind halt alle nur Menschen. ;)

        Ach ja, wegen dem Geld: sicher kommen da Kosten auf den Steuerzahler zu, aber der BuPrä bestreitet ja seine Repräsentationspflichten und Reisen auch auf Steuerzahlerkosten.

  2. Royal? Nicht egal
    Wieso wird ein an sich höchst unbedeutendes Ereignis wie eine „königliche Hochzeit“ so extrem hochgejubelt? Sollte sowas nicht besser ignoriert werden, da es sich eh nur um Show, Kitsch und Geldverschwendung handelt? Stimmen dazu:

    „In was für einer …

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