Ein Geheimnis (II)

Es tritt ein, was ich vorher gesehen habe.

Ich bin kein guter Verheimlicher. Im Gegenteil, was ich versuche geheim zu halten, sind die Dinge, die am am schnellsten erzähle.

Bedauerlicherweise sind die Dinge, die ich geheim zu halten versuche, um sie letztendlich doch zu verraten, nicht einmal interessant genug, um den Menschen meiner Umgebung auch nur geheucheltes Interesse zu entlocken. Im Gegenteil: Solange ich ein Geheimnis für mich behalte, erhalte ich mir die Hoffnung, dass sich jemand interessiert, jemand kümmert, jemand sich freut.

Selbstverständlich ist das egoistisch. Einerseits, zu erwarten, dass sich jemand freut, andererseits in Voraussicht der Nichtfreude jemandem etwas vorzuenthalten. Man muss aber auch ehrlich gestehen, dass das, was ich geheim hielt, nicht der Geheimhaltung bedarfte bedurfte. Mehr noch: Es ist eine völlig nebensächliche, völlig banale, unwichtige, uninteressante Information.

Was sagt das über mich als Menschen aus, dass ich gerade solche Informationen nicht teilen möchte?

Wahrscheinlich nichts gutes.

2 Antworten auf „Ein Geheimnis (II)“

  1. ich will kein klugscheißer oder so was sein. trotzdem, wir wollen ja voneinander lernen, butziwutzi… es heißt „bedurfte“
    dein neuer background gefällt mir. schwarz weiß ist immer toll..

    1. Danke. Einerseits für die Verbessung, andererseits für das Lob. Hatte schon Sorge, dass nach der Design-Umstellung hier nie wieder jemand etwas kommentiert.

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