Sonntagsfahrt

Als immer noch Aussenstehender beim Thema Autofahren (ich habe keinen Führerschein) verstehe ich die eine oder andere Marotte des motorisierten Völkchens nicht. Einerseits ist da das ununterbrochene Gemeckere über zu hohe Benzinpreise. Diese erreichen zwar inzwischen durchaus unverschämte Höhen, jedoch beruht auch hier der Preis auf Angebot und Nachfrage. Mit anderen Worten: Niemand muss mit Benzin Auto fahren. Im Gegenteil: Durch steigende Benzinpreise sollten nicht die Mecker-Emissionen steigen, sondern das Fahren auf ein Mindestmaß verkürzt werden. Hohe Preise = niedrige Nachfrage. Es scheint aber anders zu sein. Die Autofahrer meines direkten Umfelds fahren bei 2 Euro immer noch so viel wie zu 50-ct-Zeiten.

Unabhängig vom Preis und der Umweltbelastung verstehe ich aber auch die Grundidee, etwa am Sonntag ein wenig über Land zu fahren, nicht. Wieso soll ich mich in eine bestenfalls Blechkiste setzen, auf einen halb-bequemen Sitz und mit lautgedrehtem Radio. Die Fortsetzung des Wohnraums auf vier Rädern. Ein rollendes Wohnzimmer. Mein Bruder macht das manchmal. Er fährt einfach ein bisschen rum, über dieses oder jenes Dorf.

Ich verstehe das nicht. Mehr als die optische Schönheit der Landschaft und das Gefühl von Bewegung ist da einfach nicht. Aber, die optische Schönheit habe ich auch, wenn ich Fahrrad fahre. Da habe ich zusätzlich noch Fahrtwind, Gerüche, die Wärme der Sonnenstrahlen… Ich habe das Gefühl, tatsächlich etwas gemacht zu haben. Was ist daran reizvoll, auf ein Gaspedal zu treten und die Welt an sich vorbeiziehen zu lassen?

Vermutlich gehören die Leute, die einfach durch die Gegend fahren des Fahrens willen auch zu dem Typ Mensch, der sich fünf Tage lang quer durch Amerika per Google Street View klickt… Oder, kann mir das jemand mal vernünftig erklären, wie Autofahrer ticken?

4 Antworten auf „Sonntagsfahrt“

  1. Ich habe die Schönheit des Cruisens erst mit über 30 erkannt und „erfahren“.

    An sich ist das Phänomen aber auch wirklich nicht schwer erklärbar. Aber ich will eben nicht IMMER der Erklär-Bär sein!

    :))

  2. Sagen wirs mal so: schreib‘ nochmal einen Artikel dazu, wenn du Führerschein und Auto hast.

    Ach übrigens: als ich jung war, fuhr ich aus Protest auch Fahrrad – gerade weil alle anderen so dringend einen Führerschein haben mußten.

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