Mein System ist fehlerhaft, doch schreibgeschützt.

irgendwas ist falsch.

Ich bin kein geselliger Mensch. Ich bin gerne mit anderen Menschen zusammen. In kleinen oder mittelgroßen Gruppen. Ich mag es, mir Geschichten anzuhören – und ich erzähle auch gerne welche. Zugegeben bin ich nicht besonders gut darin – einerseits passiert mir nie etwas erzählenswertes, andererseits fehlt mir oftmals noch die Erfahrung, in einer Erfahrung die richtige Pointe auszuwählen. Ich denke, das kommt mit der Zeit. Ich brauche nur ein bisschen Übung.

Womit ich schon sehr gut klar komme sind einzelne Menschen. Zwar neigen diese doch ab und an dazu, sich durch andere Personen ablenken zu lassen – wie gesagt, ich habe nicht gerade die aufregendsten Geschichten -, aber es gelingt mir auch da immer besser, nicht an den Rand des Geschehens, sondern zumindest in dessen direkter Umlaufbahn zu bleiben. Warum mir das nicht immer gelingt, und warum es auch ab und an dazu kommt, dass ich mit Leuten gar nichts zu reden habe, wurde mir neulich recht deutlich.

Es ist wie mit dem nebenstehenden Bild. Man kann es eine Weile betrachten und hat die ganze Zeit das Gefühl, irgendetwas stimme damit nicht. Dreht man es auf den Kopf – also richtig herum – erkennt man sehr deutlich, was falsch läuft: Mund und Augen sind verdreht. (Vermutlich erkennen Sie es auch dank schlechter Umsetzung, ohne es umzudrehen).

Ebenso verhält es sich mit den Gesprächen, die nicht funktionieren. In aller Regel stimmt etwas nicht, und erst, wenn man es erneut aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, sieht man sehr deutlich, was nicht stimmt: Ich habe mich verdreht. Verdreht, um mit jemand, den ich eigentlich nicht mag, doch auszukommen. Verdreht, um irgendwelchen Normen zu genügen. Verdreht, aus Angst vor dem Meinungsverlust. Verdreht, weil ich glaubte, dass man von mir andere Augen oder Gedanken erwartet hat.

Dass so verdreht das Gesamtbild – das so verdrehte Ich – nicht mehr stimmt, dürfte klar sein.

Der Ausweg aus diesem Schlamassel dürfte klar sein: Ich darf mich nicht mehr für andere Menschen anders darstellen, als ich bin. Ich darf nicht meine Klappe halten, wenn ich das eigentlich nicht möchte. Ich darf nicht Sachen machen, die ich eigentlich blödsinnig finde. Natürlich funktioniert das nicht von heute auf morgen. Es ist ein langer und schwerer Prozess, genug Vertrauen aufs eigene Ich zu entwickeln, um anderen mit voller Persönlichkeit entgegenzutreten – aber es wird gehen. Und es klappt immer besser. Andererseits ist aber auch sicher: Wenn ich glaube, mich für eine Person verdrehen zu müssen, dann ist es vielleicht nicht sinnvoll, mit dieser Person groß zu verkehren.

Die meisten Einige Leute sind nämlich Idioten. Es ist vermutlich ganz gut, wenn man mit denen nicht allzu gesellig wird. Was Kreisky in Jacqueline singen, stimmt eben doch. (von deren Erstlingswerk ist auch die Idee mit dem Bild geklaut).

Disclaimer: Wenn ich mit Ihnen vor weniger als einem Jahr mehr als ein Wort gewechselt habe, dann gehören Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zu den Idioten. Außer, es waren ausschließlich Beleidigungen.

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