Sie hatte schulterlange Haare. Und ich bin ein Egoist.

Vermutlich bin ich egozentrisch. Ich blogge schon viel zu lange, und das ist weder gut fürs Sozialverhalten, noch für die Gedankenwelt. Blogger sind oft egoistische Arschlöcher. Könnte man zumindest manchmal glauben. Ab und an genieße ich sogar, ein wenig egoistisch zu sein. Als Single und Westeuropäer ist das fast schon Usus.

Dementsprechend feiere ich das Älterwerden meines Blogs (siehe unten), deute ein schönes Mädchen in kurzen Hosen, das vor mir aus einer Tür schwebt, als Reaktion auf meinen „Das Leben ist scheiße“-Gedanken und – als ich dann ein wenig deprimiert wurde, weil ich mir einredete, dass die Dame viel zu hübsch für mich sei beziehungsweise aus jeder Beziehung doch langfristig nur Schmerz und Leid gezogen werden könne – da hörte ich von der anderen Neckarseite ein Orchester die Indiana-Jones-Titelmelodie („Raiders March“?) einüben. Es ist schon irgendwo komisch, dass klassische Musik scheinbar nur noch in der großen Masse durch Filmmusik hörbar wird. Ich kenne kaum jemand, der mir ein Stück von Bach vorsummen könnte, aber jeder kennt die Melodien von John Williams.

Eigentlich müsste es einen traurig machen, dass sich unsere Kultur nur noch über den Film und das Ego einiger weniger definiert, mich jedoch macht es glücklich. Es ist eine großartige Zeit, in der wir leben. Es ist aufregend und bezaubernd und so unglaublich vielseitig. Könnte ich mich nur hinsetzen und all das hier aufsaugen, all die Bilder, die Gefühle, die Gedanken, die Kunst; mein Herz wäre so voll und weit.

Vor allem sind es die Menschen, die diese Zeit so perfekt machen. Es ist, wie in der einen Folge von „How I Met Your Mother“: Ich möchte zurückgehen und alle umarmen.

Aber eigentlich genüg es mir auch schon, hier weiter schreiben zu dürfen, weiter Blogs zu lesen, weiter an diesem wunderbaren Internet, weiter aber auch – vor allem – an der wunderbaren echten Welt teilzunehmen.

Fühlt euch trotzdem geknuddelt.

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9 Antworten auf „Sie hatte schulterlange Haare. Und ich bin ein Egoist.“

  1. Stimme in meinem Kof: hey duda summ doch mal was von Bach!

    ich: hm, weiß nicht… vielleicht dieses dededeDEM dededeDEM… da wo der Tod so an die Tür klopft und der Kerl dann Angst kriegt… ist das von Bach?

    Wikipedia: nein das is Beethoven

    ich: hm, ah ich weiß! *summt für elise*

    Wikipedia: das ist auch Beethoven.

    ich: ich konnte Bach noch nie leiden.

    Stimme in meinem Kopf: Ja dann summ doch jetzt mal was von John Williams

    ich: Von wem?

    Stimme in meinem Kopf: Ach egal, lass einfach dieses Steve Wonder Geburtstagsding singen!

    ich: Ok.

    Stimme und ich unisono: Happy Birthday to ya, Happy Birthday to ya, Happy Birthdaaaaay

    1. Stimme in meinem Kopf: Wie kann man bitte John Williams nicht kennen? Ich meine: Star Wars, Indiana Jones, sooo viele richtig großartige Soundtracks hat der gemacht!

      Ich: Äh… Danke schön!!

    1. 6 Jahre ist ewig, finde ich. Und Geschenke gibts, sobald das Päckchen bei mir angekommen ist. Hab nämlich – dank Gutschein umsonst – runde „Le blog c’est moi“-Aufkleber machen lassen. Mal sehen, ob die gut genug sind, dass ich die weiterverschenken kann. ;)

      Achja: Danke, danke, danke!!

        1. Boingboing verschenkte mal Gutscheine für Aufkleber. Das es die aber wirklich geschenkt gibt glaube ich auch erst, wenn ich sie in den Händen halte.
          Mal sehen, ob überhaupt irgendwas weiterverteilbares hier ankommt… ;-)

  2. „Das ging aber schnell – Einrichten und losschreiben. Nur die Leser werden wohl dauerhaft fehlen. Trotzdem, faulit – Der Blog geht an den Start und bleibt trotzdem am gleichen Punkt stehen. Eine hohe Wand der ständigen Wiederhohlung von Gedanken meinerseits ist das Problem. Aber wenigstens ein therapheutischer Sinn: Denn Mist, den ich hier niederschreibe ist weg – bis zum nächsten Mal.“

    Hihi, der erste Eintrag!

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