Blogeintrag Yeah.

ApfelFoto: Justus Bluemer (CC-Lizenz)

Eigentlich wollte ich – weil es ja gerade Trend zu sein scheint1 – auch irgendwas zum Thema Köpfe, Urheberrecht und wie sehr einem diese ganze Diskussion doch zu wider sei schreiben, aber dann hörte ich doch lieber Musik, die mir die Künstler schenkten2, blätterte in einem Buch, das auf einem Blogeintrag beruht3 und denke über eine Textzeile nach:

Im Supermarkt klauen ist das Eine, sich darüber aufregen, dass nicht alles gratis gewesen ist das Andere.4

Gibt es ein Recht darauf etwas geschenkt zu bekommen? Nein, sicher nicht. Aber habe ich als Händler einer Ware ein Recht darauf, dass dieses verkauft wird? Nein. Wenn ich beispielsweise Äpfel verkaufe, dann muss ich sicher gehen, dass mein Angebot besser ist, als das kostenlose „Angebot“ wild wachsender Apfelbäume (oder die Möglichkeit sie zu stehlen). Es wäre völlig unangebracht, würde der örtliche EDEKA-Filialleiter durch die Gärten und Felder der Gegend ziehen und jeden Apfelbaum absägen oder fordern, dass von nun an jeder gegessene Apfel einer Verwertungsgesellschaft mitgeteilt werden müsse, die anhand eines Registers überprüft, ob dieser Apfel schon bezahlt wurde und wenn nicht Lizenzgebühren einfordert.
Andererseits, wenn dem denn so wäre und es eine solche Gesellschaft gäbe, die in jedem Wohnzimmer eine Kamera installiert hat, um herauszufinden, ob Äpfel verzehrt werden, und es diese nur schon lange genug gäbe, dann würde sich das deutsche Leitschaf daran klammern, als wäre es sein eigenes Herz. Wer in diesem Land auch nur einen Stuhl woanders hinstellen möchte muss mit kurzatmigen Angstanfällen all überall rechnen. Daher nützen auch solche Beiträge auf Twitter nichts:

Ich lege mich wohl besser wieder hin. Das Internet ist öde geworden.


1 vgl. dies und jenes
2 Gemeint ist hierbei die neue EP von Danger Dan. Darauf bezieht sich auch der Eintragstitel. Vgl. dazu Fußnote 4.
3 Gemeint ist: http://www.austinkleon.com/2011/03/30/how-to-steal-like-an-artist-and-9-other-things-nobody-told-me/
4 Danger Dan: Meine Lieblingsbar (Scheisse). In: Dinkelbrot & Ölsardinen. Antilopen Gang 2012.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.