Nur das die, die gegangen sind nicht versteh’n könn‘ was ich an dir find.

Vielleicht ist so ein schreckliches Wort, weil die Leute es verwenden, wenn sie „niemals“ sagen wollen. Vielleicht ist ein schlimmes Wort, denn eigentlich heißt es „ich will nicht“. Vielleicht ist ein sozialer Puffer, der uns ermöglicht, auch zu denen nett zu sein, die wir nicht mehr ertragen können oder wollen.

Ich hätte mir ein Vielleicht so sehr gewünscht im August 2009. Aber ich bekam per SMS gesagt, dass ich nicht mehr anrufen soll. Das heißt, man bat mich darum. „Bitte, bitte, ruf mich einfach nicht mehr an.“ Und ich rief nicht mehr an. Nie wieder.

Die Leute fragen mich: Schon wieder die alte Geschichte?
Ich sage: Immer noch die alte Geschichte.


Graffiti

Ich wünschte, ich wüsste nicht mehr, wie es begann. Sie schrieb einen Kommentar. Und ich schrieb einen. Und wir wechselten Worte, öffentliche, direkte, telefonierten, spielten Musik und vermieden so jedes Wort, irgendwann trafen wir uns dann… ich glaubte, wir wären Freunde. Wir telefonierten manchmal, ich spielte die Form von Freundschaft, die ich aus Filmen kannte, weil ich nicht wusste, wie das eigentlich richtig funktioniert.

Inzwischen habe ich die ganze Geschichte so oft in meinem Kopf hin und her gewälzt, dass ich schon nicht mehr weiß, was wirklich war. Eigentlich leide ich nicht mehr. Eigentlich ist alles gut. Vielleicht bin ich schon längst darüber hinweg. Vielleicht kann ich aber von diesem kleinen Stückchen Schmerz einfach nicht ablassen, kann einfach nicht loslassen, und wälze mich darin, weil ich mich mit diesem Stromschlag des Missmutes von selbigem für Monate befreien kann.

Vielleicht gehört aber die Erinnerung an dieses Mädchen zu dem, was ich mit mir herumtragen will. Das kleine bisschen Verachtung, das ich erhalten habe, das mir letztlich zeigen konnte, dass ich es wert bin. Dass es geht. Und dass es endet. Trotzdem… es zernagt mich, nicht zu wissen, was war. Und selbst würde ich es heute erfahren, so wäre das Schwergewicht des Jahrelangen Unwissens so stark, dass es jede neue Information aufsaugen und negieren würde.

Drei Jahre sind ins Land gezogen. Ich habe mein Abitur – irgendwie – geschafft und studiere nun mehr schlecht als recht. Es gab so unglaublich viele Menschen und die meisten waren mir so egal wie es nur ging. Und dann gab es da dieses Mädchen, dieses verdammte Mädchen, mit dem ich nie abschließen konnte, aber das mit mir abschloss. Bis heute kocht alle paar Monate dieses Gefühl der Verwirrung hoch und ich höre Tocotronic bis es nicht mehr geht und versuche mich zu erinnern, was falsch lief.

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