Ein Urheberrecht ist in der nächsten Generation nicht mehr tragbar.

Heute stritt ich mich mit der kleinen Schwester eines Kumpels, weil sie ein Zitat Richard Wagners bei Facebook als Status veröffentlichte, ohne Herrn Wagner auch nur mit einem Wort zu erwähnen. Als ich sie – unsachlich, wie immer – darauf hinwies („Guten Tag Herr Wagner“), kam es zu einer „Diskussion“, die mich nachhaltig verunsichert und noch verunsichern wird. Ich zitiere daraus:

    Ich: „Aber was bitte wäre so schlimm daran, wenn du der Person, von denen diese Worte stammen, tribut zollen würdest?“

    Sie: „ja ich kanns gern noch machen“

    „Aber warum machst du das nicht von anfang an?“

    „häääääääääääääääääääääääääääääääääääääääää
    oh gott ist das jetzt so weltbewegend schlimm“

    „JA! ES IST SCHLIMM! Du tust so, als ob dir eine Tiefe innenliegen würde, die du von jemand anders gestohlen hast.“

Ich gebe gerne zu. Ich selbst gehe ebenfalls sehr lasch mit dem Urheberrecht um. Ich selbst störe mich nicht daran, wenn meine Texte teilweise ganz re-veröffentlicht werden. Ich würde wohl, entgegen der Meinung der Musikindustrie, ein Auto herunterladen. Aber dann gehört es sich doch, anzugeben, dass es nicht von mir stammt. Ich veröffentliche hier auch keine Goethe-Texte und tue, als seien das meine eigenen. Ich formuliere es anders: Der Remix ist erlaubt und gewollt, aber er bedeutet nicht, dass ich behaupte, etwas sei meines, was nicht meines ist.

Ich bin ehrlich gesagt gerade sehr wütend. Das bewusste Plagiat ist etwas, wessen meine Generation sich noch schämte. Für unseren kleinen Geschwister ist der offene Diebstahl, das Copy-Pasten ohne Quellenangabe Alltag.

Offenlegung: Ich erwähne ihren Namen hier nicht, trotz Zitat, weil diese Worte in einem privaten Umfeld fielen. Sie dient hier als Sinnbild ihrer Altersgenossen. Ihr selbst kann ich keinen Vorwurf machen. Von wem hätte sie es denn lernen sollen.

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