Mein Bauch weiß nicht, wo ihm der Kopf steht.

Immer noch keine Küche. Immer noch pleite. Immer noch verschnupft.

Wenn man drei Tage lang praktisch nichts anderes isst als Knäckebrot, Nudeln und Toastbrot und dann – weil der geliebte Bruder vorbei kommt – man tatsächlich etwas vorgesetzt bekommt, was nicht nur „Essen“ ist, sondern auch wie solches richt und schmeckt, dann rebelliert erstmal mein Magen.

Ich weiß nicht, was das soll. Es ist ja jetzt nicht so, dass ich und mein Verdauungssystem besonders gute Freunde wären, aber das, was dieses heute Abend gemacht hat, nehme ich ihm schon sehr übel. Das Schnitzel „Wiener Art“ mit Spätzle – ein Gaststätten-Klassiker! – schaffe ich nicht einmal bis zur Hälfte, weil mein Magen schon viel zu früh laut „Stopp“ brüllt und dann versemmelt es der Kellner auch noch, die Reste mir – wie versprochen! – einzupacken. Ein halbes Schnitzel und eine – naja, kleine – Handvoll Spätzle einfach so vergeudet!

Ich setze mich ja in aller Regel nicht für Tierrechte ein (genau so wenig, wie ich mich für Menschenrechte einsetzen würde, insbesondere vor einer Spezies, die sich selbst als „höher“ betrachtet) oder beschwere mich bei Nahrungsmittelverschwendung, aber ein Abendessen, welches voll bezahlt wurde aber nur halb gegessen, das geht mir schon schwer runter.

Neulich Nacht wachte ich auch wiedereinmal schweißgebadet und weinend auf, einfach, weil ich von dem Schnitzel geträumt hatte, welches ich vor gut einem Monat in einer anderen Gaststätte zwar einpacken ließ, dann aber dort vergas. Ein Schnitzel! Ein ganzes Schnitzel! Von einem Tier, das extra für mich geschlachtet wurde (naja, nein, aber, du verstehst was ich meine). Ein ganzes Schnitzel, für das der volle Preis gezahlt wurde, und welches dann doch im Mülleimer landete! Eingepackt in Alu-Folie! Und ich wache noch Wochen später weinend und angstschwitzend auf, weil ich von der ganzen Szenerie träumte.

Ich würde mich ja wegen meiner neuerlichen Fixierung auf Nahrungsmittel und deren – ideellen, finanziellen wie materiellen – Wert in psychologische Beratung begeben, aber … 10 Euro Praxisgebühr … das sind … fast Sieben ein Viertel Kilo Nudeln!

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