Gezeitenwende.

Das Problem des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks ist nicht, dass dort nur überbezahlte Pappnasen arbeiten. Das Problem ist auch nicht, dass dort Gelder verschwendet werden würden. Verstehen Sie mich nicht falsch. Die Verschwendung von öffentlichen Geldern ist ein Problem, sogar ein sehr Großes, aber es ist mit Sicherheit nicht „das Problem“, welches die öffentlich-rechtlichen Sender im Moment haben. Das Problem ist, dass es für jeden Einzelnen sichtbar wird.

Oft wird gerufen, die 9,1 Milliarden Euro, die die Öffentlich-Rechtlichen Sender in Deutschland Jahr für Jahr „verbraten“ wären viel zu viel. Bringen wir das mal in Relation: Beispielsweise die Bundeswehr hat dieses Jahr einen Etat von 31,68 Milliarden Euro. Allein die Universität, an der ich studiere, hat ein jährliches Haushaltsvolumen von 670 Millionen Euro, also 0,67 Milliarden, wovon 0,07 Milliarden nicht von Bund und Land kommen.
Oder anders gesprochen: Die Bundeswehr ist 47 Uni Tübingens groß, der öffentlich-rechtliche Rundfunk immerhin noch 13,5 Uni Tübingens.

Was verzichtbarer für uns ist – ein Dutzend Universitäten, der öffentliche Rundfunk oder die Bundeswehr – darf man sich jetzt selbst denken.

Natürlich könnte man diese Gelder sinnvoller einsetzen. Beispielsweise könnten wir alle, die die Rundfunkanstalten finanzieren, dieses Geld dafür verwenden, um die Schulden des Saarlands zu tilgen. Im März waren das 16,015 Mrd. Euro. Vorrausgesetzt, das Saarland macht keine neuen Schulden, wäre es nach zwei Jahren schuldenfrei. Und vom Rest (2,185 Milliarden) könnten wir immer noch 11,5 Millionen Badewannen (Amazon-Partnerlink) kaufen. Also fast zwei für jeden der 6.222.000 Arbeitslosengeld-II-Empfänger.

Und wenn die Schulden des Saarlandes getilgt sind und wir 11,5 Millionen Badewannen haben, dann können wir darin den Reis verteilen, den wir neulich in einem anderen Eintrag verteilen wollten. Falls sich jemand erinnert.

Das.. joah. Würde das Geld für die Rundfunkanstalten ebenso undurchsichtig und verschwoben durch 12 Dutzend Töpfe aus unseren Hosentaschen fließen – wie es beispielsweise bei der Kirchensteuer ist -, dann würde es vermutlich niemand stören, dass die Öffentlich-Rechtlichen Fernsehsender Geld „verschwenden“. Die GEZ ist nicht weiter aufgeblasen als Beispielsweise die GEMA, die INSM oder deine Mutter die Bundeswehr, aber ihre – angeblichen – Fettpölsterchen stehen im Sonnenschein für jeden Sichtbar. Erst dadurch, dass sie anders als beispielsweise der BND (Kosten: 504,8 Millionen Euro) zur Transparenz verdonnert sind, können sich Leute darüber aufregen und finden damit Gehör.

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