Bin noch unentschlossen, was ich von Undeclared halten soll.

Eine der besten Serien meiner Jugend und der Grund, warum ich nie meinen alten Region-freien DVD-Spieler wegwerfen kann, ist „Freaks & Geeks“. Die Liebe und das Können, mit dem diese Serie gemacht ist, lässt sich kaum in Worte fassen. Aus diesem Grund sah ich neulich, als ich wieder einmal wach lag, Judd Apatow’s Folgeserie „Undeclared“, die zwar nicht in den 80er Jahren spielte, sondern im nun auch schon 12 Jahre alten damaligen „neuen Jahrtausend“, teilweise aber die gleichen Schauspieler vereinigte. So finden sich der großartige Jason Segel ebenso, wie Seth Rogen und in einer Nebenrolle Busy Philipps. Auch die „Geeks“ Samm Levine und Martin Starr haben Gastauftritte.

Gerade dieser „Wiedersehenseffekt“ ist natürlich eine große Stärke der Serie. Nur: Abgesehen von flachen Witzen und einem fernsehserientypischen Beziehungshinundher erleben wir genau keine Entwicklung der Hauptfiguren. Wie wird sich die eher unentschlossene Hauptfigur entscheiden? Wie sieht das Studentenleben abseits von Party, Sex und Drogen aus? Während Lindsay eine Entwicklung durchmacht vom „Mathlet“ zum „Freak“ und dabei vor allem die Menschen hinter den Highschool-Rollen kennenlernt, bleiben wir bei „Undeclared“ bei nicht mehr als einem Klappentext. Wer die Hauptfiguren Steven und Lizzie eigentlich sind, was für Träume und Hoffnungen sie haben, wird nicht klar. Vielleicht ist diese Schwäche aber auch eine Stärke der Serie, könnte man es doch so deuten, dass diese Unbestimmtheit, diese Entwicklungsschwäche und ereignisvolle Handlungsverweigerung zentraler Inhalt des Collegelebens sind.

Alles in allem haben wir hier also eine Serie, die für schnelle Lacher und das warme Gefühl des Wiedersehens sorgt, die aber mit Sicherheit keine Lieblingsserie werden würde. Vielleicht müsste man sich aber auch im Kontext ihrer Zeit sehen: die achte Staffel Friends, die vierte Staffel Will & Grace, beide brachen in diesen Staffeln ihre Zuschauerrekorde, dazu damals neue Serien wie „CSI“. Vielleicht passte „Undeclared“ einfach nicht in seine Zeit. Vielleicht konnte sie begraben unter den Schwergewichten der TV-Unterhaltung (jaja, Fraser, Alle lieben Raymond, Buffy, Scrubs, …) auch nicht zur Lieblingsserie werden. Und vielleicht wäre meine Meinung über diese Serie nicht doch recht positiv, wüsste ich nicht, dass sie von Judd Apatow stammt.

Aber vielleicht wollte Undeclared auch nie eine Lieblingsserie sein. Trotzdem: Schade, dass es wohl nie eine zweite Staffel geben wird. (Anders als bei eurem heißgeliebten Arrested Development.)

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