45 Days to go till he’ll met her.

Vor einer Weile schrieb ich hier schon einmal, was mich an How I met your mother fasziniert. Die gestrige Episode „The Time Travelers“ (S08E20) beginnt wie die typischen, albernen Folgen der letzten Staffeln, wird aber dank einer Wendung zu einer der Folgen, warum ich die Serie immer noch sehen möchte.

(Spoilers, duh!)

Ted und Barney überlegen, ob sie zu „Robots vs. Westlers Legends“ gehen und zukünftige Versionen der beiden erscheinen, um sie vom gehen oder bleiben zu überzeugen. In der Nebenhandlung streiten sich Robin und Marshall, weil Marshalls „Minnesota Tidal Wave“ Cocktail nach Robin benannt wurde. Die Zeitreise-Geschichte wird dann noch einmal interessanter, weil das Coat Check Girl aus der ersten Staffel auftaucht, und Ted nur durch ebenfalls zukünftige Versionen von ihr davon überzeugt wird, sie nicht anzusprechen (Either he’d get sick of her or she’d get sick of him. It was doomed either way. „Has it ever gone any other way?“ – HIMYM Wikia).

Der Twist deutet sich jedoch schon an. So tragen „20 Minutes from now“-Ted und Ted unterschiedliche Klamotten. Auch die Einleitung „and I… was alone“ nimmt die Wendung voraus. Dazu kommen die Fragen: Warum erwähnen Marshall und Lily mit keinem Wort Marvin? Die Antwort erscheint ganz einfach: Hier wurden mehrere „Erinnerungen“ vermischt. Barney – der in dieser Folge nur ein von Ted imaginierter Barney ist – schafft mit diesen Worten einen sehr gelungenen Twist:

Ted, this moment already is gone. The whole Minnesota Tidal Wave thing happened five years ago, it’s just a memory. And the rest of this? Never happened. Right now, Marshall and Lily are upstairs, trying to get Marvin to go back to sleep. Robin and I are trying to decide on a caterer. And you’ve been sitting here all night, staring at a single ticket to Robots vs Wrestlers because the rest of us couldn’t come out. Look around Ted, you’re all alone.

Wiedereinmal spielt die Serie ihren Trumpf aus: Alles was passiert, alle Charaktere, alle Ereignisse, die ganze Handlung entspringen der Erinnerung des fiktiven Future-Ted. Wir sind praktisch die ganze Serie über ihn Teds Kopf (deshalb ja auch die andere Erzählstimme), wir erfahren, welche Entscheidungen er getroffen oder nicht getroffen hat und wie er glaubt, wie diese das weitere Geschehen hätten beeinflussen können.

Ich bin wirklich gespannt, wie es weitergeht. Erzähltechnisch befinden wir uns in dieser Folge – also der kalten Aprilnacht, in der Ted in der Bar sitzt -, 45 Tage VOR dem Aufeinandertreffen an Robin und Barneys Hochzeit, die für den 25. Mai angesetzt ist. Das wäre dann der 11. April 2013. Da noch eine ganze Staffel ausgestahlt werden soll, wird es spannend werden, ob diese 45 Tage tatsächlich auf die voraussichtlich verbleibenden 28 Episoden (noch 4 in dieser Staffel und 24 in der 9ten) aufgeteilt werden (dann wären das SEHR ereignisreiche Tage), man einfach noch mehr Erinnerungen-in-der-Erinnerung-Folgen einbaut oder wir noch etwas mehr von der Geschichte von Ted und „The Wife“ erfahren nach dem ersten Aufeinandertreffen am 25. Mai. Ich würde letzteres begrüßen.

Es ist sehr erfrischend, mit anzusehen, wie kritisch eine Serie über das Erinnern mit dem Erinnern selbst umgeht. Barneys Halbsatz „It’s just a memory“ kann als Aufruf gegen das Schwelgen in der Vergangenheit aufgefasst werden. Vielleicht aber auch als Selbstkritik: Ted verschwendet hier seine ganze Serienpräsenz damit, Erinnerungen zu erzählen. Die Serie hat damit schon 180 Episoden gefüllt. Das sind 63 Stunden. Dabei will Ted doch eigentlich mehr Zeit mit „The Wife“. Ja er würde sich verprügeln lassen für 45 Sekunden mit ihr, und so verschwendet er drei Tage damit, nur zu erzählen, wie es ohne die Liebe seines Lebens war.

Am Ende sind es doch nur Erinnerungen.

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