Neue Serien braucht das Land.

Der Dienstagabend ist tot. Ich interessiere mich nicht für Quoten, aber wenn ProSieben mit dem aktuellen Programm gute Quoten einfährt, dann kann ich mir das nicht erklären. Im Moment läuft Dienstags folgendes:

Die neuen Folgen Two and a half men mit Aston Kutcher sind… naja. Eine lange Reihe von Sexwitzen. Nicht so mein Fall. Darauf folgt eine Wiederholung einer alten Folge. Darauf folgt um 21:15 Two broke girls, eine halblustige Serie über zwei Kellnerinnen, die ein Cupcake-Geschäft eröffnen wollen. Wir hatten das hier schonmal.

Um 21:45 folgt dann Apartment 23, das ich mir heute früh bis hin zur neusten US-Folge ansah. Das einzige, dem ich eine Empfehlung geben kann. Angenehm kurze Folgen – gute 20 Minuten -, keine allzu anspruchsvolle Story, viel Zynismus, Figuren die unrealistisch überzogen sind und teilweise klassischen Sitcom-Klischees entsprechen. Mit einer Ausnahme: James van der Beek. Ich liebe es ja, wenn Schauspieler sich selbst spielen (weshalb ich mich auch ein klein bisschen auf This Is the End freue) und Serien, die es schaffen, dass auftretende Prominenz nicht deplatziert wirkt, gibt es sowieso viel zu wenig. Apartment 23 schafft dies. Und es gelingt noch mehr: In dem wir dabei sind, wie sich die beiden Hauptdarstellerinnen kennen lernen haben auch wir die Möglichkeit, diese Figuren kennen- und mögenzulernen.

Bis hier in ist eine klare Linie erkennbar. ProSieben versammelte alle Zahlen-Sitcoms (Two and a half, Two, 23) an ihrem Dienstagabend. Alle eher so halb lustig, aber durchaus ansehbar und sicherlich besser als die 16 (!) Ausstrahlungen von How I Met Your Mother, die ProSieben heute zwischen 12:35 und 02:00 Uhr ins Programm quetschte. Der Combozerstörer am Dienstagabend heißt jedenfalls Are You There, Chelsea? mit Laura Prepon (Donna aus That 70’s Show) und geht, soweit ich die Pilotfolge ertragen habe, um Trunkenheit. Man hat das Gefühl, man wöllte mit aller Gewalt Zwölfdutzend Running-Gags etablieren, die sicherheitshalber noch 10 mal in der Episode wiederholt werden, falls man gerade auf der Toilette war, als die Lachschleife lief. Auch sind die Witze – Alkohol, Kleinwüchsige, Alkohol, Sex, Alkohol – zu sehr vorausschaubar. Ich werde auch mit den Figuren nicht warm, habe überhaupt keine Lust sie kennenzulernen oder mir ihre Namen zu merken.

Vielleicht tue ich Chelsea auch Unrecht. Vielleicht sollte man nichts nach seinem Piloten beurteilen. (Der unausgestrahlte Pilot von The Big Bang Theory war auch großer Mist, aber, dann wieder: Die Serie ist auch alles andere als gut.)

Was ich suche – und wonach gerade alle TV-Verantwortlichen suchen – ist eine frische, lustige Sitcom, die ich mir ansehen kann und in die ich mich nicht erst – keine Sitcom, aber gutes Beispiel – wie bei Doctor Who durch 60 Jahre schuften muss, um die Serie wirklich wertschätzen zu können. Also los, empfehlt mir was für meinen Watched.li-Account.

Der Vollständigkeit halber:
NBC bestätigt eine Comeback-Season von Friends. Offenbar ist das Fernsehen so kurz vor dem Exodus, dass man die alten Glanzlichter nochmal auspacken muss.

Eine Antwort auf „Neue Serien braucht das Land.“

  1. Hi!
    Also ich habe momentan ziemlichen gefallen an der Serie „Workaholics“ gefunden. Läuft mitunter auf Comedy Central. Hast du sicher schon von gehört. Ist sehr abgedreht und, wie ich finde, überraschend lustig. Zu viel tiefgang sollte man hier aber nicht erwarten :-)

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