Titta, en katt!

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(Symbolbild)

Die Gartenstraße in Tübingen ist eine Katzenhalter-Gegend. Junge Familien, Studenten, alle lieben sie flauschige Katzen. So kommt es, dass ich immer wieder auf dem Heimweg außergewöhnlich hübsche Katzen entdecke. Sie stolzieren, betrachten mich aufmerksam, und ich betrachte zurück.

Als Kind hatte ich immer versucht, Katzen zu streicheln. Manchmal kratzen sie mich, manchmal verschwanden sie nur, und manchmal schnurrten sie. Dann kam das Internet. Das Internet mit seinem Katzenfetisch (anders kann man es nicht mehr nennen) hat eine zentrale Veränderung in mein Leben gebracht: Ich schaue Katzen nur noch an.

Das Katzen ein Fell haben, dass sie manchmal gestreichelt werden wollen, ist aus meinem Leben völlig verschwunden. Ich habe mich von der Katzenbevölkerung entfremdet. Sie sind nur noch visuell, sehr selten audiovisuell für mich wahrnehmbar. Manchmal, wenn ich so in meinem Alltagstrott stehen bleibe, weil mir eine Katze begegnet, dann bemerke ich gar nicht, dass dort auch eine Halterin oder ein Halter steht. Manchmal, wenn ich dann die Menschen hinter der Katze erschrocken bemerke, unterhalten wir uns kurz. Wie die Leute in Haustierforen.

Andere Leute verstehen das nicht und ehrlich gesagt, verstehe ich mich selbst nicht. Was finde ich denn an Katzen? Warum kann ich nicht einfach weitergehen, wenn ich eine entdecke? Warum unterbreche ich das Gespräch von Freunden, um „Schau, eine Katze!“ zu rufen?

Warum fühlt es sich an, als wären sie die Bewohner dieser Welt und wir nur geduldet?

2 Antworten auf „Titta, en katt!“

    1. Danke. Ich mag die Katzengeschichten auch sehr gerne, aber ich will nicht zu oft ähnliche Dinge erzählen / gleiche Themen ansprechen. Dein Kommentar war übrigens der 100ste in diesem netten kleinen Blog.

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