Don’t give up the ship

Falls sich jemand – so wie ich – bei Video zu „Making it up“ gefragt hat, was für eine irre Indieband wohl „Don’t give up the ship“ heißt und warum die keine Poster sondern Fahnen verteilen… nun… das weiß ich auch nicht. Aber ich weiß jetzt, woher diese Fahnen kommen und was sie bedeuten.

don't give up the ship
(Foto von Anne Petersen)

Die Schlacht auf dem Eriesee am 10. September 1813 gilt als entscheidender Sieg der Amerikaner gegen die Briten, der schließlich dazu führte, dass Großbritannien seine Gebietsansprüche in Amerika aufgab. Nun gibt es zum Verlauf dieser Schlacht zwei unterschiedliche Sichtweisen. Die eine sieht die bis dahin unbesiegte britische Flotte – die jedoch deutlich in der Unterzahl war – im Vorteil – weil sie über weitreichendere Kanonen verfügte -, die andere die amerikanische, zahlenmäßig überlegene, unter Führung von Oliver Hazard Perry.
Wie dem auch sei: Ein amerikanisches Schiff sank und es heißt, die amerikanischen Seemänner wären motivationsmäßig dem Nullpunkt nahe gewesen. Die von Perry vom sinkenden Schiff gerettete Fahne mit dem Motto „Don’t give up the ship!“ aber hätte derart motiviert, dass man die Briten doch in die Flucht geschlagen hätte.

Dieser Satz wiederum geht auf den letzten Befehl des Kapitän James Lawrence zurück, einem guten Freund von Perry, dessen Schiff im Juni des gleichen Jahres von den Briten zerstört wurde. Die Originalfahne von Perrys Schiff kann man sich in einem Museum in Maryland ansehen.

Warum hängt man sich nun aber als aufstrebende Musikerin diese Fahne in die Wohnung? Vermutlich auch aus Motivationsgründen. Schließlich gibt es genug Momente im Künstlerdasein, in denen man zweifelt und die Sache schon als verloren ansieht. Und dann sieht man die Fahne und denkt an ihre Geschichte und kämpft doch weiter. Noch ein Auftritt, noch ein Album, noch mal anstrengen. Bis es klappt. Und zwar, weil es das tut.

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