The Big Bang Theory als zerstörerisches Schwarzes Loch der Kultur.

Das schlimmste, was dem jungen Nerd-Bildungsbürgertum passieren konnte ist, dass ihr Wahrnehmungswunsch durch eine Serie verwirklicht wurde. Nerds lachen, leiden, fühlen bei The Big Bang Theory mit. Alle anderen lachen über, nicht mit.Denn es gibt Klischees aus der Mottenkiste, es gibt Vorurteile, Sex- und Rassismus und das übliche Komödien-Liebesgeschichten-Gezwurbel. Dass Penny eine entmenschlichte Dummchenfigur ohne Nachnamen und twittertauglichen Hintergrundgeschichte ist – Nebraska, Football, schauspielern wollen, kellnern müssen – wäre ja noch ertragbar, schließlich dient ihre Figur nur dem Kontrast der gegenüber wohnenden Nerds, aber der Sexismus, den Dr. Sheldon Cooper in der vergangenen Staffel zunehmend als Zusatzdifferenz in den Sozialkompetenzen angehaftet bekommt suggeriert eine Verstandesfeindlichkeit einer jeden feministischen, gesellschaftlichen oder Gemeinschaftstheorie, die weder ins Fernsehen noch in die Köpfe gehört.

Hinzu kommt, dass die beiden gegenübergestellten Hauptfiguren Sheldon und Leonard eine Unvereinbarkeit von Sozialfähigkeiten und hoher Intelligenz in den Köpfen der Massen festschreibt, die faktisch nicht existiert.

Letztlich haben wir mehr Schaden als Nutzen. Und trotzdem schaue ich jede Folge.

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