Tote genießen auch ihr Frühstück.

100_0350 Diesen Sommer stelle ich kurze Serien vor. Jeden Freitag um Zwölf. Warum steht hier. Heute: Dead like me.

Mädchen wird von einem Toilettensitz tödlich getroffen und findet sich als Untote wieder, die nun Seelen einsammeln soll, bevor diese die schmerzlichen Erfahrungen des Todes machen müssen. Das ganze wird höchst sarkastisch dargestellt und funktioniert – als Serie – erstaunlich gut.

Traurigerweise ist Seeleneinsammeln kein Beruf, so dass George – das ist die 18jährige Protagonistin – trotzdem ihren nervigen Bürojob weiterführen muss, der sie erst dorthin brachte, wo der Toilettensitz sie töten konnte. Jeden Morgen treffen sich die Seelensammler der Abteilung „Äußere Einflüsse“ im Waffle-Haus und bekommen von ihrem Gruppenleiter Rube Post-it-Zettel mit Name, Ort und angenommenem Todeszeitpunkt überreicht.

Zu kompliziert? Keine Angst. Die Serie verbringt sehr viel Zeit damit, diesen Plot verständlich zu machen. Die 2 Staffeln mit insgesamt 29 Folgen zu je 47 Minuten, sowie ein – eher mieser – Film sind auch in der deutschen Synchronisation angenehme Unterhaltung. Wer Schwarzen Humor schätzt und Serien wie Pushing Daisies (das ja bekanntermaßen aus einer Idee für Dead like me enstand) oder Six Feet Under nicht ganz doof fand, der wird damit eine große Freude haben.

Allerdings sei gewarnt: Mit der zweiten Staffel werden die Witze – teilweise – recht flach, die Storylines dagegen – teilweise – sehr gelungen. Die Spezialeffekte – insbesondere das ins Licht gehen – nimmt mit der Zeit auch sehr ab. Spätestens im Film hat man nicht mehr das Gefühl, hier würde eine verstorbene Seele ins Licht begleitet. Ellen Muth ist in der Hauptrolle eine Art Glücksfall. 10 Jahre vor Grumpy Cat verleiht sie eine Figur zu so viel Leben… Es ist wirklich eine Freude. Aber auch Callum Blue als drogensüchtiger Seelensammler Mason, Laura Harris als naive, selbstverliebte Ex-Schauspielerin Daisy Adair, Jasmine Guy als harte Polizistin Roxy Harvey, Mandy Patinkin als Anführer der Seelensammler und Vaterfigur Rube Sofer und Christine Willes als verrückte Vorgesetzte Delores Diemit („Die mit den großen brauen Augen“) sind gut besetzt. Mit Betty Rohmer (gespielt von Rebecca Gayheart) dagegen wurde ich nicht ganz so warm, auch wenn sie natürlich trotzdem eine sehr gelungene Rolle spielt.

Etwas traurig werde ich, wenn ich daran denke, wie viel besser die Serie noch hätte sein können, wäre Bryan Fuller nicht nach der fünften Folge abgesprungen. Es fühlt sich an manchen Stellen tatsächlich wie ein sarkastisch-lustiges Six Feet Under oder ein graues Pushing Daisies an. Trotzdem… Bryan Fullers Fehlen fällt auf. So ist beispielsweise Georges Familie durchaus konfliktreich angelegt, daraus wird dann aber die 503-mal-gesehene Scheidungsgeschichte gespinnt. Manche Dinge wirken albern – gerade die zwei Staffel strotzt vor flachen Witzen -, andere sind merklich gut durchdacht.

Auch hier gilt aber: Lieber gleich zwei-drei Folgen hintereinander anschauen. Der Pilot – zumindest bei mir – reicht nämlich nicht aus, mich für die Serie zu begeistern. Dann eher noch der – gelungene – Wikipediaeintrag, der alles nochmal und nochmal erklärt. Toll.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.