Strategisch wählen.

Was wir brauchen, sagte ein Bekannter, sei eine starke Opposition. Nun überlege ich: Wir wählen alle Die Linke und die fungieren dann als Cockblocker sowohl für die Fortführung der Schwarzgeld-Koalition, als auch für Rot-Grün. Kriegen wir also ne große Koalition oder – Gott bewahre! – Schwarz-Grün und haben wieder eine sehr kleine Opposition.

Wählen wir die Piraten, haben wir das gleiche Problem. Also wählen wir… FDP? Und verhindern so die Raubritter des Dosenpfand und der Arbeitslosenhetze? Oder wir wählen SPD und hoffen, dass die eine starke Opposition geben (hihi)? Oder die Grünen? Oder wählen wir einfach die CDU, und sorgen durch eine Beibehaltung der jetzigen Verhältnisse – im Idealfall einen superknappen Sieg für Schwarzgelb – für eine zahlenmäßig große Opposition?

Alles Mist. Eine Partei zu wählen, weil man sich ein bestimmtes Wahlergebnis ausmalt, ist große Moppelkotze. Und gute Personen wählen funktioniert auch nicht, weil – wie es A. Stefanowitsch in Bezug auf die Piraten formuliert: „Soll ich zwei Drittel Selbstdarsteller und geborene Hinterbänkler in Kauf nehmen, um ein Drittel tolle Menschen mit tollen Themen in den Bundestag zu wählen?“ – man immer Leute mitwählen muss, die man nicht will. Und nicht wählen kommt für mich nicht in Frage.

Alles Mist.

3 Antworten auf „Strategisch wählen.“

  1. Also unter dem Gesichtspunkt starke Opposition würde ich glatt – Überraschung – die Grünen empfehlen. Schwarz-Grün oder Ampel sind unrealistisch, ebenso wie eine rot-grüne Mehrheit. Während Stimmen für die Kleine, da zähle ich mal die Linke dazu, eben keine starke Opposition sind und eine Stimme für die SPD auch schnell eine stimme für die große Koalition …. bla bla bla.

    Ich glaube mit „Alles Mist“ ist es ganz gut zusammengefasst. Glücklich der, der noch aus Überzeugung eine Partei wählen kann und nicht nach dem Ausschlussprinzip oder dem geringsten Übel vorgehen muss. Aber wählen sollte man halt schon.

    1. Ich würde so gerne Grün wählen. Wirklich. Die haben ein tolles Programm, halbwegs okayishes Personal und – ja, auch damit lasse ich mich ködern – sie machen einen guten Wahlkampf (zumindest Plakatgestalterisch). Ihre Oppositionsarbeit war auch einigermaßen Okay (oft ganz gute Nachfragen, nur machmal fuhren sie halt auch im Alternativlos-Zug mit.)

      Aber: Ich würde mir so unglaublich ins Knie beißen, wenn es zu Schwarz-Grün kommt, und ebenso wie Peter Grottian neulich bei der TAZ sehe ich die Vorboten einer solchen Koalition aufziehen. Im Grunde warf die CDU alles über Bord, was eine Koalition verhindert hätte, und am Ende heißt es dann halt „Das war Wählerwille“. Der zweite Grund ist die Erfahrung, dass die Grünen halt umknicken, wenns ans Eingemachte geht (wie etwa bei den Hartz-Reformen).

      Ich warte ja begierig auf den Wahlomat 2013. Die letzten Jahre hatte ich immer das Gefühl – egal, ob ich wählte, was rauskam, oder etwas anderes -, dass ich erst dadurch wusste, wen ich wählen will. So, wie ich erst weiß, dass ich Schokoeis möchte, wenn man mir sagt, ich solle Erdbeere nehmen. ;)

      1. Hmm, die Vorboten sehe ich auch und ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass es Schwarz-Grün auch bald auf Bundesebene gibt. Frei nach dem Motto, grün ist die neue FDP. Allerdings noch nicht bei dieser Wahl. Da ist die Chance vielleicht sogar dar, dass man sich einigen könnte, aber das Risiko zu hoch, auch eine Legislaturperiode durchzuhalten. Da braucht …. ah, und schon wieder strategisch gedacht. :-)

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