Wenn sich der Vermieter nochmal beschwert, weil mein Zeug im Gemeinschaftsraum rumsteht sage ich in meiner besten Walter-White-Stimme „I am the Wohngemeinschaft!“

Die Euphorie der Anfangstage ist definitiv verschwunden. Klar gibt es nun eine Küche, ein vollständiges Badezimmer und es ist warm und trocken. Aber zuhause fühle ich mich nicht. Und es gibt auch keinen anderen Ort, den ich zuhause nennen könnte. Langsam habe ich keine Lust mehr, auf einer Baustelle zu leben. Und je öfter ich mit meinem Vermieter rede, und je klarer die Umrisse dessen werden, wie er sich das Leben in seiner Wohnung vorstellt, desto weniger möchte ich hier wohnen.

So beschwerte man sich kürzlich darüber, dass das Mineralwasser, welches ich immer in größeren Mengen kaufe, in der Küche steht. Schlecht gelaunt schleppte ich es in eines der leer stehenden Zimmer. Nur um es nun, in der Hoffnung, selbiges Zimmer erhielte bald einen Boden, in ein anderes Zimmer zu schleppen. Gleiches gilt für das Hochbett, welches eigentlich der Platzersparnis dienen sollte, nun aber schon ein gutes Dutzend mal von einem Raum in den anderen wanderte, auf den Boden, an die Wand, in den Flur, zurück, hin, her, rum, num.

Auch ist die Aussicht, per Zimmervermittlung der Universität an Mitbewohner zu kommen, nun, sagen wir, nicht gerade mein Favorit. Dabei sehe ich natürlich gerade nur das Schlechte. Natürlich ist der Vermieter bemüht, mir alles recht zu machen, und ich sollte verdammt nochmal dankbar sein, dass ich hier wohnen darf und wie ich hier wohnen darf und … all das.

Aber irgendwie fühlt sich dieses Gefühl der Dankbarkeit gerade aufgebraucht an. Eigentlich bin ich froh, hier wohnen zu dürfen und ich freue mich darauf, hier mit Menschen zusammenzuwohnen und diese kennen lernen zu dürfen (vielleicht). Ein kleiner Teil von mir möchte aber auch in zukünftigen Haus meines Bruders einziehen und diese Gegend und dieses Haus und all die Menschen hier hinter sich lassen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.