Stand des politischen Gefühls (I)

Eingriffe in das Wirtschaftsgeschehen seien zu unterlassen, da sonst Wohlstandsverluste drohen. Am besten regele sich noch alles, wenn man es nur geschehen lasse. Der Markt, als die heilige Kuh des Wirtschaftsdenken, wird einer Monstranz gleich durch die Dörfer getrieben. Solange man nur die Freiheit des Marktes sicher stelle, sei alles notwendige getan.

Die Ideen, die noch heute unser Wirtschaftsdenken – ja, inzwischen unser Denken insgesamt – beherrschen, stammen aus dem 19. Jahrhundert. Eine zentral geplante, jede freie Entwicklung unterdrückende Königsinstanz sorgte damals dafür, dass niemand auf einen Grünen Zweig kam. Dazu kamen Kriege, Fehlplanungen und all das. Es ist also nur verständlich, dass ein so geprägter Mensch sich eine Gesellschaft wünscht, in der es freie Märkte gibt.

Nun endeten – gewaltsam – die Königshäuser, Bänker kamen an die Höfe, und plötzlich gab es genau diese freien Märkte, was für jede Menge Elend und Unglück sorgte, vor allem in ärmeren Schichten. Nur verständlich also, dass Denker dieser Zeit romantisierend von Arbeiteraufständen faselten und sich daraus die Idee der „Diktatur des Proletariats“ entwickelte.

Hätten Sie im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst, dürften sie jetzt raten, was passierte. Nun: Ein paar Leute nahmen diese Ideen, verwursteten sie sehr schräg und nutzen sie, um Leute zu unterdrücken. Daraus entstand wieder viel Leid und Elend und Unglück und alle waren ziemlich angepisst und genervt.

Und wir? Schauen zurück was alles nicht funktionierte und machen lieber nichts mehr. Lass mir nur meinen Toaster, dann bin ich ruhig.

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