Ein Witz muss immer auf irgendjemands kosten geh’n.

Wir brauchen Verlierer, Versager, Taugenichtse. Wir brauchen Idioten. Der einfachste gesellschaftliche Zusammenhalt lässt sich über die Abgrenzung zu anderen herstellen. Wer nichts taugt, sagt der Volksmund, tauge immer noch als schlechtes Beispiel. Werd nicht die. Fang nicht das an. Wenn du das machst, oder das unterlässt, dann passieren ganz schlimme Sachen. Und überhaupt.

Scheinbar versuchen alle Gewinner zu sein. Deshalb strengen sie sich an, gehen zu Blind-Dates um „nicht alleine zu enden“. Sie studieren nicht irgendwas, sondern Wirtschaftsarschkriechertum mit Nebenfach Bullshitaushalten. Wir produzieren in unserem Land eine riesige Masse von Verlierern – weil jeder immer glaubt, da wäre noch mehr. Versagen wird zum Dauerzustand und Verlierer säumen die Straßen. Zur Belustigung – weil halt jemand der Clown sein muss -, als billiges Wegwerf-Humankapital, als Konsumenten.

Ich habe kein Problem damit ein Verlierer zu sein. Weil Verlierer zu sein nichts schlimmes ist. Weil diese Rollenzuschreibung anderen ermöglicht, sich als Gewinner zu fühlen. Ich muss kein tolles Auto fahren, nicht in einer schönen Wohnung wohnen, nicht klug und beliebt sein.

Nur funktioniert das heute nicht mehr. Wir fühlen sich, als hätten wir die Wahlfreiheit – in allem – und wären immer verantwortlich. Das andere Extrem sieht uns völlig entrückt vom Rest der Welt. Klimaerwärmung? Lass ich halt den Kühlschrank auf.

[Keine Pointe.]

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