20 aussagen über mich

    Weil meine komplette Filterblase das gerade macht, erzähle ich auch mal zwanzig Sachen in Listenform.

  1. Ich weiß eigentlich (noch) gar nicht so genau, wer ich bin. Oder warum.
  2. Dieses Jahr habe ich zwar über 20 Bücher angefangen zu lesen, aber noch kein einziges beendet. Auch Unilektüren habe ich nur teilweise (auszugweise, überfliegend) gelesen.
  3. Bis zur achten Klasse besuchte ich mehrmals wöchentlich einen Kurs wegen meiner Lese-Rechtschreib-Schwäche. Meine Hauptschulzeit beendete ich mit einer 3 in Deutsch. Meine Mittlere Reife schloss ich zwei Jahre später mit einer 2 in Deutsch ab. Als ich das Gymnasium beendete erhielt ich einen Preis für mein Abitur in Deutsch (1,irgendwas). Gebracht hat es mir: Nichts.
  4. Heute merke ich bei vielen Gelegenheiten – vor allem beim Erlernen von Fremdsprachen oder auch im normalen Umgang mit Kommilitonen – dass mir ein „Sprachgefühl“ fehlt. Gerade deshalb beschäftige ich mich aber sehr gerne damit.
  5. Beim Sprechen komme ich oft durcheinander. Gerade „Small Talk“ fällt mir unglaublich schwer, weil ich lieber diskutiere – und dabei Rollen einnehme – als etwas zu erzählen oder zu erfragen.
  6. Ich komme nicht besonders gut mit Menschen klar. Die Meisten wollen nichts mit mir zu tun haben und das ist okej, weil ich eh nicht wüsste, was ich mit den meisten zu tun haben wöllte. Manche Formen der gesellschaftlichen Ausgrenzung empfinde ich dagegen als gegen die „Würde“ gehend oder „Diskriminierend“ und fühle mich deshalb manchmal übertrieben beleidigt. Menschen, die mich ablehnen, weil ich ein „Arsch“ bin oder ähnliches kann ich dagegen völlig verstehen.
  7. Arschlöcher, Idioten, Fieslinge und Trolle halte ich für wichtige Funktionen in einer Gesellschaft und ich bin in vielen Situationen bereit, eine dieser Rollen im Interesse eines Gemeinwohls einzunehmen.
  8. Freundliche Distanz, oberflächliche Freundschaft, das So-tun-als-wäre-man-befreundet, Sinus-Freundschaften und gewisse andere Formen von menschlicher Bindung genieße ich dabei umso mehr.
  9. Ich kaufe in regelrechter Besessenheit immer das günstigste Angebot. Menschen, die vorwiegend keine Hausmarken kaufen, nicht Kilo-Preise ausrechnen oder sich von bunten Preisschildern verwirren lassen, irritieren mich.
  10. Ich führe – aufgrund meines eher beschränkten Budgets – ein Haushaltsbuch in einer App. Die Kategorien, in die sich die Ausgaben und Einnahmen einordnen lassen, sind teilweise unpraktisch, weshalb die Centstücke, die ich dem_der einen oder anderen Bettler_in in die Hand drücke, versuche als Vereinsbeiträge „Weltgemeinschaft“ zu buchen. Manchmal landen sie aber auch in der Verlustkategorie „Spielverluste“ für alle Formen von Geldverschwendung. Diese ist – neben „Gaststätten/Fertigessen“ (2013: 416,44 €) – die größte.
  11. Meine ekelhafteste Angewohnheit ist es, ab und an Geld in Spielautomaten zu werfen. Der höchste Betrag, den ich je raus bekam, waren 200 Euro in 2-Euro-Stückchen, die ich noch in der Plastiktüte der verrauchten Kneipe aufbewahre.
  12. (TRIGGERWARNUNG.) Ich kann meinen Körper nicht besonders leiden, weshalb ich mich mit Siebzehn regelmäßig selbstverletzte. Nach einer Behandlung bei einer Psychologin nahm ich zu, ließ mir einen Bart wachsen, wurde positiver und lebensfroher und nahm weniger Dinge ernst. Manchmal fürchte ich – vor allem bei unter 90 kg fallendem Gewicht – wieder in alte Verhaltensmuster zurückzufallen.
  13. Ich rauche manchmal sehr gerne.
  14. Mein Erinnerungsvermögen ist alles andere als gut. Sowohl was Namen, als auch was Daten angeht. An meine Kindheit erinnere ich mich nur schemenhaft und auch die Anekdoten, die ich erzähle, könnten auch erlogen sein – und dieser Status von mir vergessen. Einerseits lässt mich dieses Wissen Vergangenes stets kritisch betrachten, andererseits bin ich traurig, dass mir diese Fähigkeit offenbar auch fehlt.
  15. Ich erzähle immer zuviel, sobald ich mal ins Reden komme.
  16. Ich halte Blogs für unglaublich wichtig und bedeutend und – teilweise – überschätzt.
  17. Ich las sehr gerne jW und lese aus den selben Gründen fefe, weil ich das Gefühl habe, deren Absichten und „politische Agenda“ besser abschätzen zu können – und daher kritischer lesen kann – als beispielsweise die taz oder FAZ.
  18. Manchmal bereue ich es, nicht eine Programmiersprache vernünftig gelernt zu haben. Andererseits beruhigt es mich, wie viel ich auch ohne echtes Wissen im Internet machen kann.
  19. Ich fange vieles an, beende aber fast nichts.
  20. Sehr gefallen hat mir die Liste von Felix Schwenzel, weshalb ich diese verlinke. Lesenswert ist aber auch Frau Meike und wie immer Trotzendorff und… ne, mehr suche ich jetzt nicht raus. Ne Liste wünsche ich mir von Thomas und… öhm… dir?

2 Antworten auf „20 aussagen über mich“

  1. Das hatte ich doch fast befürchtet … :-) Aber ich bin im Augenblick ein bisschen zu depressiv für größere Selbstbetrachtungen. Aber in Erinnerung an die gute alte Stöckchenzeit schreibe ich das ganze mal zur Wiedervorlage in meinen Kalender.

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