TüBurger – Udo-Snack

Ein Besuch bei Udo auf dem Parktplatz des ehemaligen Marktkauf – heute EDEKA E-center – gleicht einem Besuch in einer glorreicheren Burger-Zeit. Die Gurken sind geraspelt und von mir stets abbestellt, die Zwiebeln zwiebelig, der Salat knackig. Die Brötchen ohne unnötige Kerner oder anderen Quatsch, leicht angedunkelt auf dem Herd, aber nie verbrannt. Die Burgerbratlinge elegant, aber nicht übertrieben gewürzt, die Burgersoße ein kleiner Traum.


[Archivfoto]

Ok, das mag vielleicht etwas überspitzt sein, aber: Die Burger von Udo haben eine gleichbleibend hohe Qualität, die Pommes werden frisch zubereitet und die Preise sind okay. Zwar sehen die Burger klein aus, machen aber ausreichend satt. Manche Kuriositäten der Karte kann man sich zwar schenken – angefangen bei den Chickenwings, serviert auf einem Salatblatt und mit Brötchen (Höh?), über die Salate (Wer ist in nem Imbiss einen Salat?!) bis hin zu Kartoffelpuffern, die so lange in der Friteuse liegen, dass man – gefühlt – das mitgelieferte Plastikbesteck damit zerschneiden könnte. Aber die Burger, Pommes und Currywurst – und das ist letztlich, was zählt – sind köstlich und kritikresistent.

Wir bestellten routiniert, ich einen Hamburger, Pommes und „– äh… diese… Chickenwings…dinger“, er Cheese, Pommes und „Kartoffelpuffer“ (Wertung dafür siehe oben). Was drauf soll auf die Pommes, was auf die Burger solle, eingetippt in die Kasse, wir bezahlen, genießen. Am Nebentisch ein junger Mann, der nur Englisch spricht. Drüben ein paar junge Leute, die wohl gerade tanzen waren oder gehen werden, auf der anderen Seite ein paar Kinder, die mit ihren Handys spielen und auf ihr Essen warten. Wir genießen einfach. Ich vergesse mein Foto zu machen, dabei wäre es auch nicht fotografierenswert. Udos Burger glänzen nicht durch ein elegantes Aussehen oder durch irgendwelche Fanciness, sondern weil sie sich einen Geschmack bewahrt haben nach einer besseren, einfacheren Zeit, als ein Burger noch ein Burger sein konnte.

Keine Auswahl aus hundertausend Burgersoßen, keine komische Garnierung oder aufwendige, goldberandete Porzellanteller (serviert wird auf einem Papptellerchen) stören also die Schlichtheit dieses Imbisses, keine 12 unterschiedlichen Bulettengrößen verwirren den Gast, keine Freiland-Tomaten mit Fachabitur in Wasserwirtschaft buhlen um die Aufmerksamkeit. Es sind einfache, aber gelungene Zutaten. Die Burgervariationen begrenzen sich auf eine Durchmischung oder Weglassen der Zutaten Bratling (Gemüse oder Fleisch), Käse, Ananas („Hawaii“), Ei. Mehr braucht es nicht – abgesehen von der durchaus ab und an lohnenswerten Dopplung der Zutaten – für einen guten Burger.

Die Mitarbeiterinnen, rot be-t-shirt, imbiss-freundlich, mit einen guten Gespür für die richtige Bratzeit, sind der herzförmige Punkt auf dem i in besuchenswert hingeh-würdig. Kein falsches Lächeln, kein Umgarnen des Gastes mit Small-Talk, wie er einem in manch anderen Läden aufgezwungen wird. Von den Mitarbeitern, über die Zutaten, die Speisekarte bis hin zu den klischeehaften Tabletts, fühlt sich alles hier genau richtig an.

217 von 308 Zahnstochern zum Pommes essen

Zum Vergleich: Stefans Rezession des Udo Snack in Stuttgart, der nicht mehr von der Familie des Gründers betrieben wird, sondern nur noch so heißt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.