Trilogie-Time!

Lasst uns diesen Streit beenden ein für allemal.

Es gibt Trilogien, die sehr großartig sind, aber leider zu viele Teile haben (Alien, Per Anhalter durch die Galaxis, Zombie) und sich so disqualifizieren. Es gibt Filmreihen, die sich glücklicherweise schon disqualifiziert haben (Twilight, Saw). Es gibt aber auch richtige, dreiteilige Trilogien, die zurecht erwähnt werden sollten.

Fangen wir mit der jüngsten Filmumsetzung an:

The Hunger Games wurde mir immer wieder empfohlen, aber ich sehe mir sowas grundsätzlich erst nach Fertigstellung der Trilogie an. Die Three Flavours Cornetto Trilogy mit Simon Pegg und Nick Frost wurde bereits beendet und ist vermutlich eine der großartigsten Filmreihen, die jemals in Groß Britannien entstanden sind, aber, größte Filmreihe ever made? Hm. Zumal die verbindenden Elemente von Shaun of the Dead, Hot Fuzz und The World’s End eher gering sind. Kann man sich aber durchaus mal anschauen.

Kommen wir zu den ernster diskutierten Kandidaten:
Zunächst wäre da Star Wars. Hoch angesehene Filmreihe, aufgebaut aktuell aus zwei, künftig drei Trilogien und schon immer in Dreier-Gruppen angelegt gewesen (außer wir sehen das in Machete-Ordnung, also IV, V, II, III, VI). Star Wars hat mit die größte Fangruppe und das teilweise sicher zurecht.

Die andere große Fangruppe dürfte Herr der Ringe als die Trilogie sehen. Ich sehe das aus mehreren Gründen nicht so. Zum einen wurde zwar im Druck durchaus eine Drei-Bücher-Struktur suggeriert, schaut man sich aber die Filme am Stück an oder liest die Bücher, so ist da keine wirkliche Dreigliederung zu erkennen (zumindest ich sehe da keine). Viel eher ist es eine lange, lange Geschichte. Und das sah auch Tolkien so. Ursprünglich wollte er eine Gesamtausgabe, aus der aufgrund der hohen Druckkosten dann nichts wurde. (siehe Wikipedia). Herr der Ringe als Trilogie zu sehen – oder doppelte Trilogie? – verkennt den Aufbau der Erzählung und disqualifiziert sich für weitere Diskussionen.

Die anderen Möglichkeiten ausgeschlossen bleibt nur noch eine Trilogie übrig, und das ist die einzige und die wahre und die gute: Zurück in die Zukunft.

Seien wir ehrlich: Es konnte immer nur Marty McFly sein. Es konnte immer nur Doc Brown sein. Es konnte nur die Geschichte um Zeitreisen im DeLorean sein. Wie Marty im ersten Teil seine Zeit rettet, um später seine Zukunft zu retten (Hoverboards!) und dann im dritten Teil in der weiten Vergangenheit landet.

Damit wäre die Sache dann auch endlich geklärt. Zumindest solange, bis irgendjemand wieder an der Vergangenheit herummurkst.

7 Antworten auf „Trilogie-Time!“

  1. Ich glaube ja, was man an Trilogien hat, merkt man oft erst dann, wenn der 4. Teil in die Kinos kommt. (Hatte neulich beim Mittagessen eine Diskussion über den letzten Indiana Jones.)
    Und gerade kommen in mir dann auch Fragen auf, wie was zum Beispiel mit Star Wars ist. Ist das jetzt eine Double-Trilogie? Oder sind es zwei Trilogien, oder wird das mit dem 7. Teil eh überflüssig. Und ist George Lucas nicht das Paradebeispiel dafür, dass Filmreihen nach Teil Drei enden sollten – egal wieviel Geld man damit noch verdienen kann???

    Was „Zurück in die Zukunft“ angeht, bin ich geneigt dir zu widersprechen. Denn es gilt für mich das Argument, dass du gegen „Herr der Ringe“ ins Feld führst. Ganz richtig, Tolkiens Geschichte legt keine Dreiteilung nahe. Aber sind der 2. und 3. Teil von „Zurück in die Zukunft“ nicht eigentlich auch nur ein langer Film?

    1. Ich glaube, man darf nicht vergessen, dass Star Wars eine Kinderfilmreihe ist, die mit ähnlichen Verläufen in mehrere Trilogien aufgeteilt ist. Und jede „Generation“ bekommt da ihre eigene Trilogie. Dass wir Star Wars Episode I – III doof finden, liegt vor allem daran, dass diese Filme sich nicht an uns richten, sondern heutige Kinder. Die finden Jar-Jar sicherlich lustig, das Rennen spannend und diese ganze alberne Macht-Erklärung für logisch und verständlich. Vermutlich sind sie nicht einmal von dem ganzen Bürokratie-Quark genervt (wenn man das nicht aus der Realität kennt ist das sicherlich auch weniger ätzend).

      In wie weit kann Zurück in die Zukunft II und III verglichen werden? Ich bin leider nicht ganz auf der besten Höhe mit dem Kanon – der obrige Text entstand, nachdem ich nach Jahren wieder Zurück in die Zukunft I sah, um meinem Bruder von diesem großartigen Film zu überzeugen, die anderen Teile sah ich zuletzt 2009 -, aber: II spielt doch fast ausschließlich in der Zukunft, während III fast ausschließlich im Wilden Westen spielt? In wie weit kann das dann als ein langer Film zählen (wenn der Cliffhanger am Ende dazu führen würde müssten Star Wars Episode V und VI ja auch ein langer Film sein).

      Und natürlich fehlen hier noch etliche Filme (Der Pate I – III? Die Millennium-Trilogie? Snabba Cash?), und natürlich ist das einfach eine steile These gewesen, diese eine Trilogie den anderen vorzuziehen. Aber… musste halt mal sein.

      Neben den anderen Fragen: Was hältst du von der Umsetzung vom kleinen Hobbit als Trilogie (Anm. Ich hab die Filme noch nicht gesehen)?

      1. Na ja, Star Wars als reine Kinderfilmreihe zu definieren halte ich zumindest einmal für gewagt. Ich persönlich habe das so nie wahrgenommen und ganz ehrlich, die jüngeren unter den Kindern sollten sich das vielleicht auch nicht ansehen. Ich denke eher, Star Wars ist an ein breites Publikum gerichtet, da ist dann auch was für das jüngere Publikum dabei.

        Vielleicht nehem ich die beiden letzten Teile von „Zurück in die Zukunft“ auch nur deshalb als Einheit wahr, weil sie am Stück gedreht wurden. (Zumindest glaube ich mich an so etwas zu erinnern.) Allerdings ist die Story in diesem Fall ja auch durcherzählt, hat sozusagen eine Klammer, die alle drei Teile umschließt. Bei Star Wars V und VI ist das nicht unähnlich, da fehlt in gewisser Weise nur die offensichtliche Klammer. (Vielleicht habe ich sie aber auch nur vergessen, weil ich die Filme bestimmt vor 15 Jahren zum letzten Mal gesehen habe.)

        Der Hobbit ist als Trilogie angelegt? Wußte ich gar nicht, ich hätte gedacht, der würde in zwei Teilen abgefrühstückt. Ich hab nur den 1. im Kino gesehen, der 2. Teil fehlt mir noch. Hmm, aber wenn man bedenkt, was in der „Herr der Ringe“-Trilogie im Vergleich zum Buch weggelassen wurde, könnte bei einer werkgetreueren Verfilmung von der Hobbit auch genug Stoff für drei Teile vorhanden sein.

        1. So, wie Star Wars aufgebaut ist, mit „gut“ gegen „böse“ usw. hat es etwas sehr Märchenartiges, welches mich dazu veranlasst, die Filmreihe als Kinderfilme zu bezeichnen. Das heißt nicht, dass man als Erwachsener da nicht noch eine tiefere Ebene drin findet und vielleicht erst mit einer gewissen Reife wirklich vollständig verstehen kann, andererseits glaube ich, dass der Zauber dieser Filme nur wirkte, weil wir damals noch nicht zu alt dafür waren.

          Star Wars V endet damit, dass man sich auf die Suche nach dem eingefrorenen Han Solo macht, Luke eine Roboterhand bekommt und… im Grunde ziemlich ähnlich zum Ende des zweiten Teils von Back to the Future. Es wird einfach klar gemacht: Das Ende der Geschichte kommt im nächsten Film. (Obwohl Episode V auch sehr gut alleine stehen könnte.)

          Werkgetreue Verfilmung klingt für mich übrigens sehr… schlimm. Ein Buch ist nun mal ein Buch und ein Film ein Film. Oft lassen sich gewisse Dinge übersetzen – ich denke da vor allem an Comicbuchverfilmungen -, aber viele Dinge müssen sich auch dem Medium unterwerfen. Ein Film, der wie ein Buch ist, der sich genau an dessen Vorgaben hält, ist mit Sicherheit kein guter Film. Zumindest fällt mir kein Buch und Film ein, die übereingestimmt hätten und in beiden Medien gelungen waren.

          Hab ich eigentlich noch irgendeine Trilogie vergessen?

          1. Na, Sissi zum Beispiel. :D

            Ähm, abgesehen davon fällt mir spontan jetzt nur noch Matrix ein. Wobei ich davon nie sonderlich begeistert war.

            Die Argumentation von „Gut“ und „Böse“ in ihrer simplen Form überzeugt mich übrigens immer noch nicht wirklich davon, „Star Wars“ als Kinderfilm zu betrachten. Vielleicht einigen wir uns darauf, von Kindern über 10 Jahren zu sprechen.

          2. Oh. Ich hatte Kinderfilm jetzt nur in Abgrenzung zu „Film mit mehrheitlich erwachsenem Zielpublikum“ („Erwachsenenfilm“ meint ja wohl etwas anderes) gemeint und überhaupt nicht reflektiert, welche Kinder ich jetzt meine. Selbst verständlich waren Kinder zwischen 10 und vielleicht 16 gemeint. Zielpublikum vielleicht wie das der Sendung mit der Maus oder Superhelden-Geschichten. Also durchaus noch offen gegenüber Erzählungen und deren Welten, ohne diese zu stark zu hinterfragen. Ich hatte da noch irgendwo einen Eintragsentwurf vorbereitet, weshalb ich nicht zu sehr spoilern möchte, aber ich glaube, dass Star Wars einfach nicht funktioniert, wenn man zum Zeitpunkt des Erstkontakt über einem gewissen Alter und einem gewissen Weltwissen ist.

            Jedenfalls: Ich glaube, wir sind uns einig, dass sich die Filme nicht primär an Leute richten, die wir gemeinhin als Erwachsene bezeichnen würden, oder?

            Dass ich Sissi als einen der erfolgreichsten deutsch-österreichischen Filme vergessen habe ist mir jetzt schon sehr peinlich. Und Matrix hätte natürlich auch in die Liste gehört. Ach, herrje, soviel vergessen und noch so viel zu erzählen… Vielleicht … vielleicht mache ich ja aus diesem „Trilogie-Time“-Eintrag einfach … eine Trilogie. ;)

          3. Ich kann die „Star Wars Alter“-Theorie jetzt nicht widerlegen, ich war glaube ich unter 16, als ich die Filme zum ersten Mal gesehen habe. Ob die Filme bei Erwachsenen nicht funktionieren würde ich aber nicht vom Alter abhängig machen. Aber du hast sicherlich recht, wenn du den Faktor Lebenserfahrung mit rein bringt. Das hat definitiv Auswirkungen auf die Frage, wie man Filme mit einem einfachen „Gut-Böse“-Schema sieht. Bei den meisten dürfte das aber zumindest für Unterhaltung/Ablenkung sorgen von einer Welt, die doch ein bisschen mehr Grautöne aufweist.

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