Die Kalendererinnerung bleibt länger als der Mensch

Jedes Jahr frage ich mich wieder, ob ich eine Kalendererinnerung im April löschen soll. Der 24ste. Nächste Woche. Sie erinnert an den Geburtstag eines Menschen, mit der ich nichts mehr zu tun habe. Nicht nur, weil sie das nicht mehr wollte, sondern auch, weil ich selbst könnte ich ihr etwas sagen ich nicht wüsste was.

Es ist schon komisch. Da gibt es einen Menschen, der mir so wichtig war, dass ich mich „unendlich“ an seinen_ihren Geburtstag erinnern wollte. Und nun erinnere ich mich kaum noch an den Menschen. Ja ich erinnere mich kaum noch daran, mich an sie erinnert zu haben. Wie ein Lesezeichen von einem Buch, das schon längst im Altpapier gelandet ist. Warum liegt das Lesezeichen nicht auch dort? Warum erinnert mich die Computerewigkeit immer noch daran?

Andererseits: Ich trug in jungen Jahren einen falschen Geburtstag in unseren Familienkalender ein. Eine Person, die nicht existiert, und nun schon zum mindestens 8 mal in den aktuellen Kalender übertragen wurde. Und natürlich steht auch Grit immer noch drin – sowohl digital als auch analog -, in der zweiten Dezemberwoche, obwohl wir uns schon lange nicht mehr unterhielten. (Ich glaube jedoch, im Guten.)

Aber: Jahrestage werden nunmal nicht hinterfragt.

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