Wählen Sie diesen Eintrag ins Lieblingsblog.net!

Captain Kirk ist erfolgreich in der Imperialen Hauptstadt.

Ich will von mir behaupten, meine Bullshittoleranz sei relativ hoch. Wenn ich um einen Schein zu bekommen in zwei Sprechstunden muss, und die erste um 15 Uhr ist, die zweite aber schon um 15 Uhr endet (ich aber in der ersten vor der zweiten sein muss), dann erfleucht mir allenfalls ein mäuseleises Seufzen. Im Brechtbau sind alle Aufzüge ausgefallen? Die Klimaanlage funktioniert nur – und ausschließlich – im Winter? Die Bauarbeiten können nur während der Prüfungswochen gemacht werden? Und dann nur so weit, dass bis zum Beginn des nächsten Semester alles schon wieder so verfallen ist wie vorher? Ein Gremium, das die Mitbestimmung von Studierenden ermöglichen soll ist zu gleichen Teilen durch Universitätsleitung und Studierendenvertreter besetzt, und bei Unentschieden hat der Rektor eine Stimme mehr? Bullshit, i call that.

Nagut. Wahlkampf ist eine der wenigen Zeiten im Jahr, bei denen meine Bullshittoleranz noch von Organisationen getestet wird. Z.B. von der NPD, die es wagt in meiner Heimatstadt ihre Scheiße so hoch an den Laternen anzukleben. Oder von der örtlichen Linken, die auf einem Themenplakat zur Europawahl einen Aufkleber „Liste 8“ geklebt haben, um für die Gemeinderatswahl zu werben (Äh, wut?). Und dann ist da noch die CDU, die mit „Gemeinsam erfolgreich in Europa“ und Angela Merkel wirbt. Kann ich Angela Merkel bei der Europawahl wählen? Natürlich nicht! Ebensogut könnte man Captain Kirk auf ein Plakat drucken. Nagut, meine Bullshittoleranz reicht für so etwas ja noch aus. Ich denke zwar „Was zur Hölle?“ bei jeder solchen Großfläche, aber ich kann das noch ertragen.

Aber… Oh… die Schmerzen… oh… Oh… ohje… Norbert Lins ist ein eigentlich ganz nett wirkender, meinem Eindruck nach ein bisschen inhaltsleerer CDU-Europakandidat. Aber nett wirkend und bisschen inhaltsleer ist da wohl Grundvorraussetzung für eine Kandidatur bei den Konservativen. Jedenfalls verteilte heute die örtliche CDU kleine Packungen mit Spätzle mit Kandidatenbild und der glorreichen Aufschrift „Lins(en) mit Spätzle“. Ich bin am Stand regelrecht zusammengebrochen. Dazu steht unter seinem Namen in der üblichen CDU-Sprechblase „Für uns nach Europa.“ Oh… diese Schmerzen! Bitte, bitte, sagen Sie es Herrn Lins nicht, aber: wir sind in Europa. Da muss man nicht mehr hinfahren. Wir sind schon da. Herrje.

Eine Packung Nudeln für die Wortspielkasse.

Darüber hinaus sind Spätzle wahrscheinlich das dreisteste Wahlwerbegeschenk, das ich seit langem in den Händen hatte. „Und was gabs bei der SPD?“ fragte mich vorher jemand. „Argumente.“ (Es gib da so nen Spruch)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.