Sprechstunde (I)

Ich hatte mir vorgenommen: Wenn ein_e Abgeordnete_r kommt zum zuhören, dann will ich reden.

Meine erste Gelegenheit dazu ist die Sprechstunde im AWO-Heim diesen Samstag. Es kommt Dr. Martin Rosemann von der SPD. Man musste sich anmelden, und das habe ich getan. Und nun sitze ich da, und weiß nicht, was ich mit dieser Gelegenheit anstellen soll.

Es gäbe so viel zu erzählen und so viel zu fragen. Zum Beispiel: „Gehts noch?“ oder „Sag mal, hackt’s?“ oder auch „Was zur Hölle?“. Aber die Zeit ist knapp und die Themen wichtig. Und letzteres ist mein großes Problem.

Ich interessier’ mich nunmal für die anlasslose Überwachung durch die NSA genau wie für ALG II-Praxis, Befreiung der Frau, verfehlte Rüstungspolitik oder den ÖPNV. Man kann das nicht einfach voneinander trennen. Die Dinge sind eben in Bewegung – alles fließt –ich hab das Gefühl, dass vieles den Bach runter geht, wenn Sie versteh’n. Ich stecke meine Nase einfach in alles hinein; und nach all den Fragen kommt der Punkt. Es gibt einfach von allem zwei Seiten! Apropos Seiten…naja aber das würde jetzt zu weit führen.

Ach! Und! Die Unterfinanzierung und Verschulung der Universität bis hin zur völligen Handlungsunfähigkeit! Der ausufernde Fleischkonsum! Asyl! Ahh! Aber weil alles wichtig ist und alles zusammengehört wird jedes einzelne Thema winzig klein. Am besten wäre es, nur ein Thema anzuschneiden, denn dann hätte dieses seine und meine volle Aufmerksamkeit. Wie soll ich denn etwas bewirken in einem anderen Menschen, wenn ich alles zugleich ansprechen will.

Vielleicht sage ich, dass ich das Gefühl habe, ich und die anderen wunderbaren Menschen, die auf diesem Erdenrund leben, würden von der Politik nicht mehr gewollt werden. Ich habe den Eindruck, der Respekt, den wir von der Politik haben, der gerechtfertigt ist und notwendig für ein vernünftiges Zusammenarbeiten, wird unmöglich gemacht, wenn „die Politik“ keinen Respekt vor uns hat. Überwachung, Demotivierung und Verängstigung durch Hartz IV, NSA und als letztes Mittel Wasserwerfer und bewaffnete Drohnen.
Was haben wir der Politik angetan, dass sie uns von oben herab als knechtbare Untertanen sieht, und nicht als Partner?

Andererseits… vielleicht ist das zu negativ. Vielleicht sollte ich lieber über etwas sprechen, bei dem ich mit der Arbeit der SPD und der CDU im Moment vollstens zufrieden bin. Wenn mir da nur was einfallen würde.

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