Jeder weiß besser, wie du dein Leben zu leben hast. (I)

Die Zeit vergeht. Jetzt bin in schon seit gefühlten Ewigkeiten – dem Wintersemester 2011/12 – immatrikuliert. Zuerst da, dann kurz dort, und letztlich in meiner geliebten Skandinavistik. Und bis ich dieser einen Abschluss entlocken kann, dauert es auch sicherlich noch 3 bis 5 Semester.

Manche Leute halten das für eine lange Zeit. So auch die Mitarbeiterin in dem China-Restaurant, in dem ich immer den Studierenden-Rabatt nutze, und die mich heute fragte, wie lange ich denn noch studieren würde.

Die Frage war sicher nicht böse gemeint, aber ich hörte diesen Unterton, den ich immer höre, wenn ich zugebe, noch zu studieren. Wenn ich sage, ich dass ich vom Hauptschulabschluss bis zum Studium gegangen bin und alles machte.

Sie fragen, als würde ich schaden. Wie lange studierst du noch? Was machst du danach? Lohnt sich das dann? Ich besetze keine Stelle, die nicht ohnehin frei wäre. Ich verursache nicht mehr Kosten, als ich ohnehin verursachen würde. Im Gegenteil, durch mein Studium verbessere ich die Welt, weil dadurch die durchschnittliche (holistische) Bildung steigt. Weil ich durch mein Studium anderen einen Arbeitsplatz gebe, weil ich selbst mit der höheren Bildung mehr leisten (allerdings nicht unbedingt finanziell) kann. Aber zu erklären, welche Vorteile das hat, ist schwierig gegenüber einer Gesellschaft, die versucht alles in wirtschaftlichen Dimensionen zu messen.

Hm. Wäre es so schlimm, würde ich enden wie Jaye Tyler (“Did you end up over-educated and unemployable like you said in the yearbook?” – “Yep.”)?

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