[Schleichen]

Schleichen ist ein Mythos. Wenn du dich bückst und ganz langsam und leise bewegst kannst du um deine Gegner drumherum gehen, sagt das Tutorial. I call this shit bullshit. Wenn ich mich klein mache wie die Figuren in Videospielen und klein, gebückt so vor mich hin schleiche bin ich lauter als im normalen gehen. Jajaja, Deckung suchen, sich klein machen, jemanden von hinten erwürgen, das sehe ich alles ein, verdammt, sogar Lauschmodus und Bullettime kann ich als Nachbarn von Gegenüber der Realität akzeptieren – übertrieben und abwegig, aber nicht völlig unrealistisch -, aber schleichen? Schleichen ist basierend auf eigener Erfahrung Bullshit. Gebückt und schleichend bin ich nicht – und vermutlich auch fast niemand sonst – leise. Im Gegenteil bekomme ich davon nur Rückenschmerzen, meine Waden quietschen, ich atme schwer, meine Kniescheiben verabschieden sich mit einem lauten Knall, ach, bin so unglaublich auffälliger, als ich es im normalen Gehen wäre. Selbst in dem Haus, in dem ich seit über 20 Jahren lebe, ist eine lautlose oder auch nur sehr leise Fortbewegung unmöglich. Bis heute weiß ich nicht an welche Stelle des Bodens ich treten müsste, damit es nicht knarzt wie das Hüftgelenkt der Nachbarschafts-GILF. Schleichend ist das völlig unmöglich. Die Treppe, der Flur, alles knarzt. Schleichmodus ist einfach Bullshit, eine große, erzählerische Lüge – so wie Liebe oder das wir noch was aus der Rentenkasse rausbekommen nach der nächsten „Reform“ -, und ich akzeptiere sie als erzählerische Notwendigkeit, einer Mini-Deux ex machina für spannendere Geschichten, aber als diese doch reine Fiktion. Wer mir dann mit Realistik kommt und sagt wie toll es doch sei in Spiel XY an Gegnern vorbei zu schleichen, der hört von mir, was die Philosophen unter den Nationalitäten – die Österreicher – dazu sagen würden: Schleich dich!

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