Mach kaputt, wovon du profitierst.

(Dieser Eintrag stammt vom November 2013)

Darf man von einem Konzern, der schädlich ist, profitieren? Etwa einer Bank, einem Zahlungssystem oder gar dem Internet. Mach kaputt was dich kaputt macht. So lautet die alte Parole. Wenn ich also die Kanäle, die mir gegeben sind, nutze. Wenn ich Parasit bin im Blutverlauf des Schädlings, tue ich dann Gutes? Ist es okay, von sagen wir der Deutschen Bank Geld zu erhalten, wenn man ihr damit letztlich schadet? Ist es okay, sagen wir, das Handelsblatt kostenfrei zu abonnieren, weil man weiß, dass diese Gratisabos, weil sie nicht in bezahlte Abos umgewandelt werden, der Zeitung schaden, ja, ihr Totengräber sind?

Nimmt man die Geschenke des Feindes an? Oder lässt man sich doch zu leicht korrumpieren? Diese Frage hat zwei Ebenen. Die erste lautet: Darf ich von etwas profitieren, was ich ablehne? Die zweite lautet: Darf ich jemandem, der mir Gutes tun will, schaden, in dem ich dies annehme?

Die zweite Ebene referiert an eine Geschichte aus meiner Kindheit, die mir tausende Male erzählt wurde, und die ich selbst nicht erinnere. Meine Großmutter und ich waren Eisessen und sie lud mich ein – hauptsächlich, weil ich gerade groß genug war, mein Eis selbst auszusuchen – und ich sagte, dass ich nur eine Kugel haben wölle, weil „meine Oma […] nur eine kleine Rente [habe]“. Man erzählt mir diese Geschichte mit einer Freude, so, als hätte ich seit diesem Tage nichts mehr nettes getan.

Wenn ich darüber nachdenke, könnte das durchaus so sein.

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