Ist euer Auftrag geheim, geht bitte heim.

In der Zeitung prügeln sich die Gegner_innen und Befürworter_innen von TTIP, dem Transatlantischen Freihandels- und Investitionsabkommen. Die einen reden über Chancen, die anderen Gefahren. Und wenn konkrete Fragen gestellt werden, heißt es: Dazu können wir nichts sagen, die Verhandlungen sind geheim. Und entweder müssen wir annehmen, dass durch geleakte Dokumente – wer sagt eigentlich, dass die unbedingt echt sind? – und Begrenzten Zugang durch eingeschränkte Zahl von Personen eine sehr unterschiedliche Informationslage vorliegt, oder, dass schlicht niemand außer einem auserwählten Kreis wirklich bescheid weiß. Alle anderen, die von Chancen und Gefahren reden, wären dann nur (fremdbestimmte?) Akteure.

Den Leuten zu glauben, weil sie in einer bestimmten Position sind, hat etwas von Gutsherren, Königen und Kaisern glauben, weil sie von Gott eingesetzt seien. Würde ich verkünden, den Arbeitsmarkt anzuregen, in dem ich Mitarbeiter einstelle, aber ich würde standhaft verschweigen, was ich eigentlich tue, man würde mir das Geschäft sofort – und mit Recht! – schließen. Es darf nicht sein, dass Geheimhaltung wichtiger ist als Demokratische Werte. Wenn du in geheimem Auftrag arbeitest, dem rate ich dir, geh heim.

(Diese Aufforderung gilt übrigens nicht für Drohnen-Piloten. Die können nämlich auch von Daheim aus arbeiten.)

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