„Ich habe Angst dass das Fernsehen doch nicht lügt.“

„Aber wovor hast du Angst“ singen Kreisky in Geladene Gewehre von ihrem 2009 Album Meine Schuld, meine Schuld, meine große Schuld und geben eine Vielzahl von Antworten. Eine davon lautet: „Ich habe Angst, dass das Fernsehen doch nicht lügt.“

Manchmal wäre ich gerne ein Aluhut. So, als Metonymie (ein Wort steht für ein Anderes), bezeichnet man oft Verschwörungstheoretiker_innen. „Truther“ nennen sie sich manchmal selbst, vom englischen „truth“ für Wahrheit. Vielleicht verwenden sie auch „Wahrheiter“, Erwachte, oder ähnliches.

Ich habe mit den meisten von kein Problem. Sie ignorieren mich, und ich kümmere mich nicht besonders um sie. Wozu auch? Es ist weder eine geschlossene Masse, noch hat sie besonders viel Einfluss.

Aber ich tue mir sehr schwer damit, mit Ihnen zu diskutieren. Weil sie glauben, sie hätten die Wahrheit schon gefunden. Was die etablierten Medien sagen seien alles Lügen, was im Internet steht sei wahr. Sie konstruieren sich Weltbilder zusammen und… manchmal bekomme ich auch E-Mails von ihnen.

Sich nicht vorstellen zu können, dass man sich selbst irrt, dass man unrecht haben könnte, dass das eigene Weltbild nicht ganz stimmt, halte ich für äußerst schwierig. Wenn es geht, lasse ich mich auf keine Diskussionen ein.

Aber manchmal geht das nicht, manchmal muss man ihnen entgegentreten, auch, weil sie sonst annehmen müssen, im Recht zu sein. Allerdings sollte man auch nicht sich darauf einlassen, zu viel mit Ihnen zu diskutieren, weil es traurig macht und sie nur ein Gefühl bekommen von „Viel Feind, viel Ehr'“.

Es wäre jedenfalls einfacher, von den eigenen Ansichten so überzeugt zu sein, dass man alles abweichende pauschal als Lüge abtun zu können, anstatt so wie ich es jetzt betreibe, auch die eigene Realität ununterbrochen zu hinterfragen.

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