Solidarität in den letzten Zügen

Am Sonntag (heute) möchte ich das erste mal seit Monaten wieder in die Landeshauptstadt fahren. An sich kein großes Ding – es fährt sogar mehrmals täglich ein Zug von hier nach Stuttgart -, aber weil die Lokführenden streiken dürfte das ganze etwas komplizierter werden.

Dabei sage ich ganz klar: Volle Solidarität mit den Streikenden.

Die Darstellung ihrer Gewerkschaft GDL ist alles andere als objektiv. Bahn.de behauptet etwa, die Gewerkschaft „laufe Amok“ (vgl.). Ich verstehe das Leute genervt sind wenn Züge nicht fahren, und, so richtig happy bin ich auch nicht. Aber mein Unverständnis richtet sich nicht an die Gewerkschafter_innen, denen gerade wirklich alles vorgeworfen wird, sonder gegen die DB, welche einen gerechteren Lohn nicht bezahlen möchte. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr drängt sich der Eindruck auf – aber als mehr möchte ich das auch nicht behandeln -, dass die DB ein Interesse daran hat, die (eine) Gewerkschaft ihrer Angestellten öffentlich möglichst schlecht dastehen zu haben.

Darauf deuten so paar Informationsfetzen hin, die mir schlicht zuvor nicht bewusst waren. Beispielsweise, dass die Mehrheit der Bahnbeschäftigten wohl Lokführende sind und man so zumindest fragen kann, ob die Gewerkschaft der Lokführer_innen nicht vertretungsberechtigt sein könnte. Ob sie das wirklich ist, weiß ich nicht. Dazu kommt ein Notfahrplan, der schon vor dem Beginn des Streiks am Mittwoch den Bahnverkehr teilweise beeinträchtigte. Ob diese Vorwürfe, wie sie in der jW abgedruckt wurden (Donnerstagsausgabe) stimmen, kann ich nicht beurteilen.

Ich glaube nur, dass egal wie es ist, die Mitarbeiterinnen, Mitarbeitenden und Mitarbeiter der Deutschen Bahn mehr Solidarität verdienen – gerade wenn sie zur Durchsetzung ihrer legitimen Interessen streiken müssen – als deren Bosse.

Dafür, ja, dafür bleibe ich auch solidarisch auf einem Bahnhof sitzen.

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