Wir haben jetzt eine Katze.

förstörare

Mein Immunsystem ist eine sehr komische Angelegenheit. Kränkele ich, so füllt sich mit dem ersten Aufbäumen gegen die Erreger meine Nase, mein Kopf schmerzt und die Mauer zwischen realistischer und offensichtlich falscher Wahrnehmung bricht ein. Vorstellungen, Phantasie, Erinnerungen brechen dann einer Flutwelle gleich in die Wirklichkeit ein. Ich sehe Prominenz in fremden Gesichtern, Jesusstatuen, die sprechen und neuerdings sehe ich auch eine Katze.

Die Vorstellung, ihre Flauschigkeit und das leise Miauen, das Herumschleichen und Starren auf der Sofakante, das Erbrechen von kleinen Haarkneulen und Beobachten beim Tippen. Gerade sitzt sie mir gegenüber, blickt halb zu mir, halb in den Fernseher.

Ich bin mir bewusst, dass das am Fieber liegt und doch genieße ich das ein wenig. Zumindest mir einbilden zu können, dass wir eine Katze haben. Oder eine Katze uns.

In Wirklichkeit ist dieses Plastikding das Geschenk meiner Tante. Und knuddelt man sie – die Katze, nicht die Tante – miaut sie.

Vielleicht sollte ich mich wieder hinlegen.

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