Gelesenwerde-Blockade.

Es gibt keine Schreibblockade. Ich schreibe. Und schreibe.

„Es gibt keine Schreibblockade. Du schreibst doch.“ sagt mein eingebildeter Freund.

Er streicht sich durch die gegelten Haare. Ich hasse das, denke ich.

„Ich hasse das.“, sage ich.
„Dass wenn ich dir die Hand gebe, es sich anfühlt, als würde man einem 14jährigen die Hand geben, der gerade ein Spielzeug an sich entdeckt hat?“
„So würde ich das nicht nennen -“
„Aber du meinst das. Darum geht es.“

Mein eingebildeter Freund hat nicht nur gegelte Haare, er hat auch noch in einer CSU-Kandidat-ichkeit gerne Recht, dass einem davon übel werden könnte.

„Du schreibst doch.“ sagt er.
Ich schmolle.
„Deine Finger rollen über die Tastatur.“
„Ja“, sage ich geknirscht, „aber es ergibt keinen Sinn, was ich schreibe.“
„Nichts ergibt Sinn“ sagt mein eingebildeter Freund.
Ist er jetzt Nihilist? Ich versuche mich zu fangen.

„Aber wenn etwas nicht interessant zu lesen ist, dann nützt es nichts, es zu schreiben.“

Eingebildet schaut er mich an. Er legt den Kopf schräg, holt einen Kaugummi aus seiner Hosentasche – ein runder Ball, so süß, dass man beinahe brechen will, leuchtend gelb, wie man ihn für ein paar Cents aus Automaten ziehen kann -, und kaut. Schmatzend antwortet er schließlich, mit kleinem Triumph in der Stimme.

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„Das ist keine Schreibblockade, mein Lieber, du willst nur plötzlich gelesen werden.“

„Unsinn!“ antworte ich hastig. Dabei denke ich, still, dass er recht hat.

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