Paint it black.

Das Nichts macht sich breit. Ich sehe, wie es unter meinem Bett hervor krabbelt, sich an der Pinnwand hochzieht, seine Krallen tief in die Wand hämmernd, und an dessen Spitze angekommen, graziös auf mich hinabspringt. Es landet auf mir, kratz meine Augen aus und ich erkenne nichts mehr wieder. Es steigt durch meine Ohren und jeder Song klingt gleich. Immer tiefer dringt das Nichts. In meinem Kopf ersetzt es alles Wissen, alle Motivation, alles was ich noch machen wollte oder muss. Und dann, nach dieser Schandtat noch nicht müde kriecht es tiefer. Sein schwarzes Fell streicht mir am Gaumen entlang, so dass ich brechen will, muss, und doch bleibt es mir verwehrt. Da ist nichts. Durch meinen Hals dringt es tiefer. Ich huste, komm raus, doch ich spucke nur Teerklumpen aus. Nun ist es am Ziel. Das Nichts fließt durch mein Herz und plötzlich ist mir alles egal. Ich liebe nichts mehr, ich schätze nichts mehr. Die Welt ist ein Moloch und wir leben darin.

Ich interessiere mich nicht mehr für Proteste, ich höre nur noch Lieder über Politikverdrossenheit – und langweile mich. Ich lebe keine Blogs mehr, ich überfliege nur noch Texte. Das Nichts wächst in mir, übernimmt das Herz und den Kopf, macht Beine und Hände taub. Es wächst und wächst und füllt mich schließlich aus.

Nun kann ich nichts, nun bin ich Nichts, will nichts. Und werde nichts.

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