Mein guter Rat: Fick dich.

„Go fuck yourself“ ist vielleicht ein gut gemeinter Rat, jedoch gibt es ebenso gute Gründe, ihn nicht laut auszusprechen.

Einer Freundin – ich hoffe mal, dass ist sie auch jetzt noch – sprach mit mir über allerlei und auch ein bisschen Kummer, daher riet ich ihr – ich war schon reichlich angetrunken betrunken an diesem Freitagabend -, sie solle sich „ficken“, also, masturbieren. Das sei gut fürs Ego, gut für die Gesundheit und überhaupt. Onan wurde übrigens nicht deshalb von Gott bestraft, sondern, weil er … naja, nach heutigem Verständnis sich nicht um seine verwittwete Schwägerin kümmerte (Hier keine Verharmlosung des Bibelinhalts.).

Sie wurde dann – was mein betrunkenes Hirn völlig aus der Bahn warf – wütend und sagte, dass man so etwas nicht zu einer Dame sage. Sieht sie Masturbation als etwas schlechtes an? Ich war schwer irritiert.

In einem nüchternen Moment wurde mir allerdings klar: Es kann hier nicht um die Werte von „Damen“ gehen. Viel mehr ist es Ausdruck eines immer noch vorherrschenden Patriarchat. Zu sagen „Du musst es dir mal wieder richtig selbst besorgen“ führt zurück in die Zeiten, als man „Hysterie“ mit Vibratoren zu behandeln versuchte und Frauen so degradierte. Ich nahm ihre Probleme nicht ernst, sondern verkürzte auf „Du musst dich halt mal wieder richtig flachlegen“ – das ich mich für diesen Rat nach Ausnüchterung mehr als schäme (nicht nur wegen ihrer Reaktion darauf, sondern weil gutgemeint halt nicht gutgesagt ist) ist überflüssig zu erwähnen. Ich verhielt mich wie ein Arsch (und dupliziere das nach der Ansicht mancher sicher noch durch diesen Blogeintrag) und habe mich folgerichtig entschuldigt. Ich war ein Chauvinist, ein Antifeminist, ein Arsch…

In dem ich ihr sagte, sie möge sich „ficken“, tat ich genau das: Ich behandelte sie wie ein Mann von vor 270 Jahren. Und da gehörte ich auch hin, würde ich mich weiter so aufführen.

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