SAOL bald mit Warnhinweisen für kränkende Worte.

Die Svenska Akademien gibt regelmäßig eine Wortliste (Svenska Akademiens Ordlista, kurz: SAOL) heraus, die nicht nur von Schwedischlernern wie mir dankbar angenommen wird, sondern auch eine mindestens so hohe Bedeutung für Schwedischsprechende weltweit hat, wie für die Deutschen der Duden.

In der 14. Ausgabe stehen nun unter Begriffen wie „lapp“ (Lappe) oder „eskimå“ (Eskimo) Vorschläge, welches Wort man stattdessen verwenden könnte. In den genannten Fällen wären das: „same” (Same) und ”inuit” (Inuit).

In Deutschland dürfte über solch eine Meldung (eine Nachricht ist es ja nun nicht gerade) die üblichen wehleidigen und hasserfüllten Klagen über die angebliche „Political Correctness“ wiedergekäut werden. Dabei geht es hier nicht um Politische Korrektheit. Die SAOL soll helfen beim richtig verstehen und verstanden werden. Dass heute „zigenare“ (Zigeuner) eine andere, nämlich herabsetzende, Bedeutung hat wissen vielleicht einige Menschen nicht. Diesen zu helfen, in dem man sagt, vielleicht könntest du ja stattdessen „Rom“ (Roma) schreiben, soll nur zum richtigen Verständnis beitragen.

Die SAOL reagiert damit letztendlich auf Sprachwandel. Sven-Göran Malmgren, Chefredakteur der neuen Auflage, sagte bei SVT Kultur, dass diese Umstellung schon früher hätte kommen dürfen. Die doch vielen Diskussion über Rassismus und Ähnliches würden andauern. Die Diskussion werde intensiver und die Redaktion der SAOL würde davon beeinflusst. „Es ist wunderbar, dass diese Wörter sensibler sind als einst. [Gemeint ist wohl: Dass wir für Wörter sensibler sind als früher.]“ Als Beispiel führte Sven-Göran an, wie Stefan Löfven kürzlich für das Verwenden des Wortes „Zigeuner“ um Entschuldigung bat.

Wie genau die Umsetzung sein wird, dürfte interessant werden. Gerade die sehr pointierten, kurzen Erklärungen – wenn ein Wort überhaupt eine Erklärung bedarf – zeichnen die SAOL aus. Ich selbst nutze aktuell vor allem die – sehr ausführliche – SAOL-App und die gedruckte 12. Auflage. Außerdem kann man die SAOL auch online durchsuchen.

[Quelle: SVT Kultur]

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