Ein Vulkan in meinem Stirnlappen.

Ich kann gerade nichts. Ich saß eine ganze Stunde an einer Seite, las ein paar Sätze, verlor den Anschluss, begann von neuem. Ich ertrage die Ruhe beim Lesen nicht und ich kann im Lärm von Musik oder von Tönen nicht lesen. Immer wieder. Ruhe. Angst. Ich werde nie fertig werden. Ich bin unfähig. Gebeugt über die Fußnoten schlafe ich ein. Ich träume … nichts. Nun schmecken die Dinge anders. Ich halluziniere. Katzen beobachten mich. Gerade so außerhalb meines Blickwinkels. Ich konzentriere mich hier, und sehe sie dann dort. Und wenn ich hinschaue, sind sie bereits weg. Davon gesprungen, oder sie waren nie wirklich da. Ihr miauen hören die anderen nicht. Ihr lockeren Tritte über Sofakanten und ihr Trommel auf Kartons. Die schlafende Katze in einer Kiste als Jenseitsmetapher.
Die Musik brennt mir in den Ohren. Aus. Aber die Stille ist noch schlimmer. Mein Tastenklappern durchbricht das Schweigen. Ich muss weiter schreiben. Immer weiter. Keine Korrekturen. Kein Nachdenken. Die Stille brennt in meinem Lobus frontalis. Unterbreche ich mein Tippen, schmerzt er, und ich bin unfähig, weiter zu schreiben. Ich tippe gegen die Schmerzen an. Ich lasse mich nicht von meinem Gehirn regieren. Oder meine Seele, meinen Ängsten, oder irgendwas. Die Katzen blicken vorwurfsvoll. Ich bin Herr im eigenen Haus. Kurz: Zweifel. Innehalten. Dann brennender Schmerz. Obdachlos. Degradiert. Eine Hölle bricht sich in meinem Kopf frei. Mein Liquor cerebrospinalis wandelt sich zur Lava, die alles in ihrem Feuer verbrennt. Meine Zellen ergrauen. Ich bin vorbei. Nichts bleibt zurück. Die Katzen desinteressiert.

Ich schalte den Fernseher an. Banale Geschichten von banalen Autoren, dargestellt von banalen Schauspielern und an banalen Orten vertreiben die Stille. Die Lava in mir erkaltet. Ich wurde nicht errettet. Ich bin zwischen ihr gefangen. Wartend.

Warum kann ich nicht einfach funktionieren.

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