50 Shades of Nej…

Nicht abgeschickt. Aus Gründen.

Leserbriefentwurf vom 25. Februar 2015.
Zunächst: Ich las „50 Shades of Grey“ nicht und werde mir auch den Film nicht ansehen können. Ich halte die Darstellung einer Missbrauchsbeziehung schlicht (körperlich) nicht aus. Mir dreht sich da der Magen um.
Dennoch konnte ich dem Film in den letzten Wochen nicht entkommen – und den damit einhergehenden Bauchschmerzen. Auch nicht im Tagblatt. Mauch/Elssner berichten am 22.02. aus dem Kino. Von Leuten, die enttäuscht waren von zu wenig BDSM im Film; von Leuten, die durch ihre Partner dorthin gezwungen wurden (!); von jungen Frauen, deren Bild von Sexualität und ‚was geht‘ und ‚was nicht geht‘ auch durch diesen Film geprägt werden wird (und vielleicht übernehmen wir alle zu wenig Verantwortung dafür).

Missbrauch ist vielfältig und nicht immer leicht zu erkennen. Aber: Demütigung, Degradieren, verbale und körperliche Gewalt, Kontrolle, Niedermachen, Isolieren vom Umfeld, Stimmungsschwankungen und Schuldzuweisungen, Manipulation, … All das gehört sicher nicht in eine Beziehung. Wenn Du dies erlebst, dann rede Dir nicht ein, dass sich das bald ändert oder dein/e Partner/in das nicht so meint. Das Hilfetelefon 08000 116 016 kann rund um die Uhr angerufen werden – auch von Männern. In Tübingen hilft bspw. Frauen helfen Frauen e.V. (Beratung: 07071 26457). Wenn du selbst Täter/in wurdest, dann begib dich in Behandlung. Das schuldest du Dir und ihr/ihm.

Niemand/e sollte mit Missbrauch leben müssen. Niemand/e sollte hoffen, dass das von selbst wieder gut wird. Niemand/e sollte allein gelassen werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.