„Es gibt schon zu viele Kopf-Arbeiter“

Samstags steht ein Mann auf dem Wochenmarkt, den ich durch jemanden kenne. Selbiger Selbstständiger (Du siehst, ich versuche redlich keine Namen oder anderen Eindeutigkeiten zu nennen) sprach mich auf die Leserbriefe an, ob die von mir seien oder ich die irgendwo geklaut hätte (Funfact: Ich habe weder Worte noch Buchstaben erfunden. Und meine Gedanken können auch nicht neu sein. Zu einem gewissen Maß sind das also Plagiate.).
Er sagte mir dann, sinngemäß, dass es doch schon zu viele Leute gäbe, die mit dem Kopf arbeiten, und zu wenig Leute seinen Beruf ausüben, oder sonst mit den Händen arbeiten. Ich solle doch besser da etwas machen.

Was sagt er damit eigentlich?

Er traut mir nicht zu, mit dem Kopf zu arbeiten. Wenn er glaubt, ich würde Briefe fälschen oder – was er auch sagte – auf Kleinigkeiten herumreiten, dann ist das eine Beleidigung. Ich habe damit kein Problem (abgesehen davon, dass ich erst ein paar Stunden benötigte, um zu realisieren, dass er mich beleidigen wollte). Es haben mich schon viele Leute beleidigt und die wenigsten haben es gut gemacht. Aber: Als ich (aus eben genannten Grund) freundlich versuchte zu reagieren, in dem ich meine ehrliche Meinung über seinen Beruf äußerte – nämlich höchsten Respekt und leider auch die Erkenntnis, dass ich das nicht könnte (meine Hände sind nichteinmal gut darin, um Eingabegeräte (Tastaturen usw.) zu benutzen, im handwerklichen Bereich bin ich aber schlicht untalentiert.) -, da bezichtigte er mich ihn anzulügen oder mich über ihn lustig zu machen.

Aber, ja, ist ok. Vielleicht sollte ich einfach aufhören mit ihm zu reden.
„Es tut weder mir noch dir gut, wenn wir miteinander reden, deshalb habe ich mich dazu entschlossen, dass ich von meiner Seite nichts mehr beitragen werde.“
Und mit all den anderen Leuten, die meinen Vater auf Leserbriefe ansprechen, obwohl ich diese geschrieben habe.

Dabei wäre es so leicht, die Ansichten der Leute argumentativ zu zerlegen (wenn ich denn nicht so Probleme dabei hätte, meinen Mund aufzumachen, anstatt nur Tasten zu drücken). Es wäre auch leicht, die meisten von Ihnen Dinge zu sagen, welche die Diskussion sofort sprengen. Vorwürfe, persönliche Anmerkungen, Kleinigkeiten. „Du hast in XY versagt und willst mir jetzt zu Z etwas sagen? Dass ich nicht lache.“ Aber darum kann es mir nicht gehen. Ich will nicht gewinnen und niemand überzeugen.

Ich will, dass es besser wird. Und ich glaube nicht, dass es besser wird, wenn ich auf Beleidigungen reagiere.

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