Well I can’t stop talking for fear of listening to unwelcome sound

Ich habe ein kleines Problem: Ich quatsche einfach zuviel, ich komme einfach nicht auf den Punkt. Ich interessiere mich eben- Du redest zu viel. Das ermüdet, ungemein. … … … Ja, da hat sie schon recht. Ich sollte mehr schweigen und weniger reden. Mehr zuhören. Ja, das ist ein guter Vorschlag. Wenn es nicht immer so öde wäre. Parkplätze hier, Beef dort. Und wenn doch etwas interessant ist, dann fehlt doch dieser oder jener Aspekt. Deshalb muss ich manchmal antworten. Manchmal auch selbst etwas sagen, etwas fragen. Aber Worte sind so ungenau. Deshalb brauche ich so viele davon, in der Hoffnung, dass du mich dann richtig verstehst. Das muss ich vielleicht kurz erklären. Impliziter Leser. Bla blah. „Richtig“ ist jetzt auch kein eindeutiger Begriff. Vielleicht „mit der Absicht des Autors übereinstimmend“. Allerdings wirkt „Autor“ immer so hochnäsig. Gibt es da kein besseres Wort?

Eigentlich wollte ich ja schreiben, warum ich soviel reden muss. Immerzu. Aber irgendwie habe ich es vergessen. Vielleicht ist es die Angst, dass Du mich missverstehst, und dann nicht mehr leiden kannst. Bitte unterbrich mich nicht, um zu gehen. Bleib. Lass mich noch diesen Gedanken… aus… Ja, nun, dass ich nicht wegen einer bewussten Dummheit Dich verliere, sondern wegen eines vermeidbaren Versehens. Nein, moment, „verlieren“ ist ein schwieriges Wort. Das klingt ja, als würdest du mir gehören, dabei erduldest du meine Anwesenheit ganz freiwillig. Hoffe ich? „Ganz freiwillig“ ist vielleicht auch ein nicht so klarer Begriff. Müsste man erklären. „Ganz“, zunächst, suggeriert ja, dass – moment, „suggeriert“ ist hier auch kein gutes Wort. „drängt auf“? Das klingt doch sehr gezwungen. Hm. Also. „freiwillig“, jedenfalls, das ist dann, wenn, nun…

Vielleicht haben die Leute, die über Hugo Ball schrieben, ja recht. Die Worte hätten ihre Bedeutung verloren. Ihren Wert. „Inflation der Sprache“ nannte das Gerd Stein 1982. Ein schönes Bild eigentlich. Können wir in der Post-Postmoderne überhaupt noch Sprechen, ohne auf einen hohlen Sinn, einen fehlenden Inhalt zu referieren? Kompost hin und her. Was ist überhaupt Inhalt? Was ist Sinn? Diese Worte müssen erst erklärt werden, aber jedes Wort der Erklärung sollte ebenso erklärt werden, um nicht missverständlich zu sein. Ja, eigentlich müsste es Annotationen zu jedem Wort geben. Oder zu jeder Sinn-Einheit. Eine Genius-Welt. „Annotate the world.“ Jaja. Und wenn wir soweit sind, dann müssen wir auch die Annotationen annotieren. Und diese ebenso. Was genau meint eigentlich „Annotation“? Und „genau“? Wonach frage ich hier mit „was“ im konkreten Fall? Und wie „konkret“ kann so ein Fall eigentlich sein, wenn ich hier nicht einmal angemessen annotiere?

„Spatz, du schreibst immer zu viel und redest dich um Kopf und Kragen.“

Ja. Das wird es sein.

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